Wie eine Koblenzer Idee Kindern in ganz Rheinland-Pfalz hilft

Seit Oktober gehören sogenannte Seelentröster-Teddys zur Ausstattung aller 375 Streifenwagen in Rheinland-Pfalz. Die Idee stammt von zwei Koblenzer Polizeibeamten. Wie das Projekt entstand und in welchen Situationen die Teddys helfen sollen.

Wie eine Koblenzer Idee Kindern in ganz Rheinland-Pfalz hilft

Eine Idee aus Koblenz wird jetzt in ganz Rheinland-Pfalz umgesetzt: Seit Oktober gehören sogenannte Seelentröster-Teddys zur Standardausrüstung aller 375 Streifenwagen der rheinland-pfälzischen Polizei. Die Plüschtiere sollen Kindern in schwierigen Situationen Trost spenden und den Beamten helfen, einen Zugang zu ihnen zu finden.

„Unsere Polizistinnen und Polizisten treffen im Einsatz immer wieder auf Kinder, die gerade etwas Schlimmes erlebt haben. Ein Seelentröster kann ihnen in einem solchen Moment etwas zum Festhalten geben, Vertrauen schaffen und die Situation ein kleines Stück leichter machen“, erklärt Innenminister Achim Schwickert (CDU) die landesweite Einführung.

Jährlich sollen dafür mehr als 1.100 Teddys beschafft werden. Die Finanzierung für 2026 und 2027 übernimmt die Stiftung Kriminalprävention.

Von der Bachelorarbeit zum landesweiten Projekt

Hinter der Initiative stehen die beiden Koblenzer Polizeibeamten Kim und Kevin Zorn. Die Idee entstand im Rahmen ihrer gemeinsamen Bachelorarbeit an der Hochschule der Polizei. Kevin Zorn kannte ein ähnliches Projekt bereits aus seinem Heimatbundesland Sachsen-Anhalt. „Wir mussten das Rad nicht neu erfinden, sondern nur nach Rheinland-Pfalz rollen“, erklären die beiden Initiatoren.

Anschließend wurde das Konzept drei Jahre lang bei der Polizeidirektion Koblenz erprobt. Während dieser Zeit übergaben die Einsatzkräfte mehr als 100 der steril verpackten Teddys an Kinder. Die Rückmeldungen der Polizisten seien „überwältigend“ gewesen, berichtet Kim Zorn. Die Plüschtiere seien demnach weit mehr als eine nette Geste, sondern ein echtes Einsatzmittel.

Wie die Teddys im Einsatz helfen

Die 28 Zentimeter großen Bären stammen von der Deutschen Teddy-Stiftung und tragen bewusst keine Polizeiuniform. Sie sollen Kindern in belastenden Situationen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln und den Kontakt zu den Einsatzkräften erleichtern.

Wie unterschiedlich die Einsatzmöglichkeiten sind, zeigte sich bereits während des Pilotprojekts in Koblenz. So kamen die Teddys unter anderem bei Kindern zum Einsatz, die aufgrund eines psychischen Ausnahmezustands ihrer Mutter in ein Kinderheim gebracht werden mussten. Auch einer suizidgefährdeten Jugendlichen konnte mit einem Teddy geholfen werden.

Für Polizeiseelsorger Hubertus Kesselheim, der das Projekt begleitete, bieten die Plüschtiere ein „kleines Stück Sicherheit“. Das Besondere: Jedes Kind darf seinem Teddy einen eigenen Namen geben und ihn nach dem Einsatz behalten – ein Einsatzmittel, das nicht zurück zur Polizei muss.