Stadtwerke Koblenz: Das bedeuten die Millionen für Bus und Bad

Die Stadtwerke Koblenz haben 2025 einen Gewinn in Höhe von 9,3 Millionen Euro erzielt. Das Geld gleicht die Verluste bei den Verkehrsbetrieben und dem Moselbad aus, wo es aber ebenfalls positive Entwicklungen gibt.

Stadtwerke Koblenz: Das bedeuten die Millionen für Bus und Bad

Die Stadtwerke Koblenz (SWK) blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Wie das Unternehmen bei seiner Jahrespressekonferenz im Rheinhafen in Koblenz darlegte, hat die SWK-Gruppe einen Jahresgewinn von 9,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Dieses Ergebnis kommt zustande, obwohl die Tochtergesellschaften, die Koblenzer Verkehrsbetriebe (koveb) und die Koblenzer Bäder GmbH mit dem Moselbad, Defizite verzeichneten.

Zwei klassische Zuschussbetriebe

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und Stadtbäder wie das Moselbad sind klassische Zuschussbetriebe der Daseinsvorsorge in kommunalen Haushalten. Sie erfüllen gesellschaftliche Grundbedürfnisse. Ihre Defizite werden durch kommunale Steuern ausgeglichen, erzielen jedoch einen hohen volkswirtschaftlichen und sozialen Nutzen. Im bundesweiten Durchschnitt werden Kosten zu etwa 40 Prozent über Ticketeinnahmen gedeckt. Die restlichen 60 Prozent tragen Bund, Länder und Kommunen als Zuschüsse.

Der ÖPNV ist ein Wirtschaftsfaktor. Studien belegen, dass der volkswirtschaftliche Nutzen zum Beispiel durch Klimaschutz, reduzierte Staus, Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen den Betriebskostenzuschuss um das Dreifache übersteigt.

Bäder sind ein zentraler Baustein für die kommunale Lebensqualität, den Schul- und Vereinssport sowie die Schwimmausbildung (Gesundheitsförderung). Aufgrund von hohen Energie- und Personalkosten erwirtschaften fast alle Bäder ein Defizit. Die Notwendigkeit von Millionen-Investitionen belasten aktuell viele Städte stark.

6 Millionen Gewinn für Stadthaushalt

Die wesentliche Einnahmequelle für die Stadtwerke ist die Ausschüttung der Energieversorgung Mittelrhein (evm), deren größter Anteilseigner die SWK sind. Von dem Gewinn fließen sechs Millionen Euro direkt in den Haushalt der Stadt Koblenz. Der Rest wird als Rücklage für zukünftige Investitionen verwendet. Ab 2026 wird es zudem durch einen sogenannten steuerlichen Querverbund möglich sein, die Gewinne der evm mit den Verlusten von koveb und Bäder GmbH vor der Versteuerung zu verrechnen.

Zufriedenheit mit Busangebot in Koblenz steigt deutlich

Bei den Koblenzer Verkehrsbetrieben gibt es laut dem Bürgerpanel 2025 einen klaren Aufwärtstrend. Die Zufriedenheit mit dem ÖPNV-Angebot ist zum dritten Mal in Folge gestiegen, während die Zahl der kritischen Stimmen auf unter 30 Prozent gesunken ist. Positiv bewerteten die Befragten vor allem die Fahrplan-Informationen, die barrierefreien Haltestellen sowie die Pünktlichkeit der Busse. Dies schlägt sich auch in der Nutzung nieder: Bei Fahrten in die Innenstadt liegt der Bus laut der Umfrage erstmals knapp vor dem Pkw. Am Bürgerpanel 2025 beteiligten sich 3614 Bürgerinnen und Bürger.

Die Fahrgastzahlen lagen 2025 mit rund 10,6 Millionen zwar leicht unter dem Vorjahr, doch für 2026 zeichnet sich eine deutliche Trendwende ab. „Dieser Anstieg steht sicherlich auch im Zusammenhang mit den steigenden Spritkosten, die für den ÖPNV zugleich eine Chance sein können“, erklärt SWK-Geschäftsführer Lars Hörnig. Gleichzeitig stehen die koveb vor großen Herausforderungen wie der Elektrifizierung der Busflotte und dem Neubau eines Betriebshofs, der frühestens 2032 in Betrieb gehen könnte.

Moselbad und Rheinhafen mit positiver Entwicklung

Das Moselbad, das seit August 2024 geöffnet ist, blickt auf ein erfolgreiches erstes volles Betriebsjahr zurück. Mit rund 210.000 Gästen in Bad und Sauna wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. Das Defizit lag mit 4,5 Millionen Euro um rund 500.000 Euro unter der Prognose. Zudem wurde auf dem Parkplatz eine Photovoltaikanlage installiert, die das Bad künftig zu 100 Prozent mit Eigenstrom versorgt.

Der Rheinhafen Koblenz konnte seinen Containerumschlag 2025 um rund zwei Prozent steigern. Mit neuen Landstromanlagen wurde zudem in die Nachhaltigkeit investiert. Oberbürgermeister David Langner betont die Bedeutung der Stadtwerke: „Sie sind ein zentraler Pfeiler unserer kommunalen Daseinsvorsorge.“ Die Leistungen stünden für Verlässlichkeit und Innovation und trieben wichtige Zukunftsthemen voran.