Waldbrand bei Langscheid: Das Ausmaß der Schäden in der Vordereifel

Nach dem Waldbrand bei Langscheid wird das Ausmaß der Schäden sichtbar. 50 Hektar sind zerstört, die Erholung der Natur wird Jahrzehnte dauern. Die Brandursache bleibt ein Rätsel.

Waldbrand bei Langscheid: Das Ausmaß der Schäden in der Vordereifel

Der große Wald- und Vegetationsbrand, der Mitte August bei Langscheid in der Vordereifel wütete, hat erhebliche Schäden hinterlassen ( (Merkurist berichtete). Insgesamt wurden rund 50 Hektar Fläche – eine Größe von etwa 70 Fußballfeldern – zerstört. Die Ursache für das Feuer ist weiterhin unklar, wie das Polizeipräsidium Koblenz auf Anfrage mitteilt.

Besonders schwer getroffen hat es eine Fläche der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz. Am Büschberg bei Arft fielen laut der Stiftung rund 2,5 Hektar einer wertvollen Wacholderheide den Flammen zum Opfer. Vor allem im nördlichen Teil wurden Heidevegetation, offenes Grasland und zahlreiche, teils sehr alte Wacholderbestände vernichtet.

„Es macht uns sehr betroffen und traurig, anstelle einer blühenden Heide hier nun eine verkohlte Landschaft vorzufinden“, erklärt Pascal Badziong, Erster Kreisbeigeordneter und Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Er betont: „Gerade in die Entwicklung der Wacholderheide am Büschberg wurde viel Geld und Arbeit investiert.“ Der wirtschaftliche Schaden könne laut Kreisverwaltung Mayen-Koblenz aber noch nicht beziffert werden.

Erholung wird Jahrzehnte dauern

Auch die Tierwelt ist von dem Feuer betroffen. Viele Kleintiere und Insekten, die nicht rechtzeitig fliehen konnten, sind in den Flammen umgekommen. Es gibt jedoch einen Lichtblick: Da eine größere Teilfläche auf der Südseite des Büschbergs vom Feuer verschont blieb, konnten viele Arten überleben. Dazu zählen laut Kreisverwaltung auch gefährdete Vogelarten wie Baumpieper und Heidelerche, deren Brutzeit bereits beendet war. Experten gehen davon aus, dass sich die Tierpopulationen in den kommenden Jahren von dort aus wieder ausbreiten werden.

Die Natur wird sich von dem Brand erholen, allerdings wird dies viel Zeit in Anspruch nehmen. Während charakteristische Arten wie das Heidekraut sich voraussichtlich schnell wieder etablieren, wird es Jahrzehnte dauern, bis wieder stattliche Wacholderbüsche und Kiefern das Landschaftsbild prägen. Die Stiftung für Natur und Umwelt will die Entwicklung im kommenden Jahr zunächst beobachten. Auf Basis dieser Erkenntnisse sollen dann die erforderlichen Schritte zur Renaturierung eingeleitet werden.

Brandursache bleibt ein Rätsel

Die Brandermittler der Polizei konnten unterdessen keine eindeutige Ursache für das Feuer feststellen. Weder für eine vorsätzliche Brandstiftung noch für eine technische oder natürliche Ursache fanden sich belastbare Hinweise. Aufgrund der damals herrschenden Trockenheit und Hitze schließen die Ermittler auch eine fahrlässig verursachte Brandentstehung nicht aus. Hinweise aus der Bevölkerung gingen bisher nicht ein.