Nach einem Felssturz an der Loreley soll die Bundesstraße 42 ab Mittwochvormittag, 2. September, wieder einspurig befahrbar sein. Das geht aus einer Pressemeldung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Cochem-Koblenz hervor. Der SWR berichtet.
Die Erd- und Gesteinsmassen seien inzwischen von der Straße geräumt. Um die Autofahrer zu schützen, wurde laut dem Bericht ein 60 Meter langer, mobiler Fangzaun in der Mitte der Fahrbahn aufgebaut. Eine Ampelanlage soll den Verkehr regeln. Die einspurige Öffnung bedeutet eine große Entlastung für die Menschen im Rhein-Lahn-Kreis, da die offizielle Umleitung weiträumig über Nastätten durch den Taunus führt.
Die Sperrung der B42 trifft die Region besonders hart, da der Verkehr auf der rechten Rheinseite ohnehin bereits seit Wochen stark beeinträchtigt ist. Wegen der Sperrung der rechtsrheinischen Bahnstrecke sind dort Ersatzbusse im Einsatz, die ebenfalls die Bundesstraße nutzen. Die weiträumige Umleitung sei laut den verantwortlichen Straßenbehörden vor allem für den Schulbusverkehr, den Schienenersatzverkehr und für Pendler eine erhebliche Belastung.
Arbeiten am Felsen könnten Wochen dauern
Carsten Müller, Leiter der Straßenmeisterei in Bad Ems, betonte gegenüber dem SWR die Dringlichkeit der teilweisen Freigabe: „Deswegen ist unser Ansinnen, möglichst schnell hier in die halbseitige Sperrung reinzukommen, um den Verkehr auf der B42 wieder laufen zu lassen, gerade weil uns die Bahnstrecke im Moment fehlt.“
Während der Verkehr auf einer Spur wieder rollen soll, bereiten Geologen und Kletterer die Untersuchung des Felsens vor. Sie sollen die Felswand in den nächsten Tagen abklopfen und nach weiterem losem Gestein suchen. Wie lange diese Untersuchungen und die anschließenden Sicherungsarbeiten dauern werden, sei noch unklar. Die Behörden gehen davon aus, dass es noch Wochen dauern kann.
Ursache für Felssturz gibt Rätsel auf
Die Ursache für den Felssturz ist laut Müller noch nicht geklärt. Der Felsbruch habe selbst die Geologen überrascht, da es weder die typische Jahreszeit mit Frost-Tau-Wechseln gewesen sei, noch habe es zuvor starke Regen- oder Sturmereignisse gegeben. „Das macht das Ganze ein bisschen besonders gefährlich, weil die Loreley sich plötzlich bewegt hat, ohne dass wir sagen können, es gab ein besonders prägnantes Ereignis von außen“, wird Müller zitiert.
Das Landesamt für Geologie teilte mit, dass nun Aufnahmen von 2021 mit dem aktuellen Zustand verglichen werden sollen. Damals war der Loreley-Felsen nach einem Felssturz in Kestert mithilfe von Drohnen untersucht worden. Auf dem Loreley-Plateau selbst sind laut SWR vorsichtshalber zwei kleinere Aussichtspunkte gesperrt worden. Der Hauptaussichtspunkt und der Rundweg seien aber weiterhin geöffnet.