Wende um totes Ehepaar in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Tatverdächtiger Sohn ist frei

Dramatische Wende im Fall des getöteten Ehepaars in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Der tatverdächtige Sohn (26) ist frei. Die Ermittler gehen nun von einer Familientragödie aus.

Wende um totes Ehepaar in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Tatverdächtiger Sohn ist frei

Im Fall eines im August durch Messerstiche getöteten Ehepaars in Bad Neuenahr-Ahrweiler gibt es eine entscheidende Wende. Wie die Staatsanwaltschaft Koblenz am Donnerstag mitteilte, wurde der 26-jährige Sohn, der als dringend tatverdächtig galt, aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Ermittlungen deuten nun auf einen erweiterten Suizid des Vaters hin.

Der dringende Tatverdacht gegen den Sohn habe sich nach weiteren Ermittlungen nicht aufrechterhalten lassen, so die Staatsanwaltschaft. Deshalb hob sie auf eigenen Antrag den Haftbefehl auf. Zunächst galt der 26-Jährige als Hauptverdächtiger, da seine Aussagen nach der Tat am 19. August nicht zum Spurenbild passten.

Ermittler gehen von erweitertem Suizid aus

Neue Erkenntnisse haben die Ermittler zu einer Neubewertung des Falls veranlasst. Die Auswertung von schriftlichen Aufzeichnungen, die rechtsmedizinische Untersuchung der Leichen und eine Analyse der Blutspuren am Tatort zeichnen ein neues Bild. Zusammen mit einer Tatrekonstruktion gehen die Behörden nun von einem sogenannten „erweiterten Suizid“ des verstorbenen Vaters aus.

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen hat der Vater höchstwahrscheinlich aus persönlicher Verzweiflung gehandelt. Er soll zuerst seine Ehefrau mit Messerstichen tödlich verletzt haben. Als der gemeinsame Sohn hinzukam, soll der Vater auch ihm Stichwunden zugefügt haben. Im Anschluss habe er sich, einer vorgefassten Absicht folgend, mit zwei gezielten Messerstichen ins Herz selbst das Leben genommen.

Eine „dramatische Familientragödie“

Die Staatsanwaltschaft spricht von einer „dramatischen Familientragödie“. Aus Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte des Sohnes und aufgrund des suizidalen Hintergrunds des Geschehens werden keine weiteren Details bekannt gegeben.

Die Ermittlungen sind laut der Mitteilung weitgehend abgeschlossen. Über den Abschluss des Verfahrens soll zeitnah entschieden werden.