Der sexuelle Übergriff auf ein elfjähriges Mädchen an einer Koblenzer Schule sorgt für große Anteilnahme und löst politische Debatten aus. Die Familie des Kindes sammelt per Spendenaufruf Geld für einen Anwalt, während ein Koblenzer Politiker Konsequenzen fordert. Am Dienstag wurde in dem Fall bereits ein 20-jähriger Tatverdächtiger durch die Polizei festgenommen.
Die Mutter des Mädchens, Jacqueline, hat auf der Plattform GoFundMe einen Spendenaufruf gestartet, um die Kosten für einen rechtlichen Beistand zu decken. Wie sie dort schreibt, hat ihre Tochter nicht nur einen schweren Missbrauch erlitten, sondern kämpft gleichzeitig auch gegen eine Krebserkrankung. „Ich bitte um eure Unterstützung, damit wir nicht nur meinem Kind helfen, sondern auch ein Zeichen setzen – in Koblenz und darüber hinaus“, heißt es in dem Aufruf. „Kinder müssen geschützt werden, und Täter dürfen nicht entkommen.“ Von den angestrebten 5.000 Euro sind bereits über 4.200 Euro zusammengekommen.
„Du bist nicht allein, wir sind eine Familie!“
Zusätzlich macht in den sozialen Medien ein Video die Runde, in dem junge Menschen aus dem Umfeld der Elfjährigen ihre Solidarität bekunden. Vor der Kulisse des Deutschen Ecks richten sie eine klare Botschaft an das Mädchen: „Du bist nicht allein, wir sind eine Familie, wir passen auf dich auf!“ In dem Kurzvideo sprechen sie dem Opfer Mut zu und verurteilen die Tat.
Ruf nach besseren Sicherheitskonzepten wird laut
Der Fall beschäftigt auch die Koblenzer Politik. Der CDU-Stadtrat Marlon Reinhardt meldete sich via Social Media zu Wort und zeigte sich erschüttert. Die Tat mache deutlich, dass beim Schutz von Kindern dringend gehandelt werden müsse. „Es kann und darf nicht sein, dass fremde Personen offenbar ohne ausreichende Kontrolle Schulgelände betreten und Kinder in einer Umgebung abfangen können, die eigentlich Sicherheit und Schutz bieten sollte“, so Reinhardt.
Schulen müssten sichere Orte für jedes einzelne Kind sein. Deshalb müssten Stadt und Land nun umgehend Maßnahmen ergreifen, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Konkret fordert der Politiker bessere Sicherheitskonzepte, klare Zugangskontrollen und einen stärkeren Schutz von Kindern im Schulalltag. Er habe das Thema bereits mit seiner Partei besprochen, um schnelle Lösungen zu finden.
Tatverdächtiger in Untersuchungshaft
Wie das Polizeipräsidium Koblenz bereits am Dienstag mitteilte, wurde im Zusammenhang mit der Tat ein 20-jähriger Mann festgenommen. Er steht im Verdacht, in einer Koblenzer Schule sexuelle Handlungen an dem Mädchen vorgenommen zu haben. Ein Haftrichter erließ einen Haftbefehl, der Mann befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Polizei hatte in dem Zusammenhang auch vor Falschmeldungen und ungesicherten Fahndungsaufrufen in den sozialen Netzwerken gewarnt.