Eine Woche nach dem Raubüberfall auf eine Bankfiliale in Sinzig gibt es neue Erkenntnisse zum Täter. Das teilte ein Sprecher der Polizei in Koblenz mit. Auswertungen von Spuren und Videoaufnahmen zeigen demnach, dass der Täter Deutsch ohne erkennbaren Akzent sprach.
Der Mann soll etwa 1,80 Meter groß sein und trug während der Tat eine netzähnliche, weiße Kopfbedeckung. Die Polizei schließt nicht aus, dass es Mittäter gab, zum Beispiel einen Fluchtwagenfahrer. Eine öffentliche Fahndung sei aufgrund der unkonkreten Beschreibung schwierig, so der Sprecher. Bislang sind Hinweise im zweistelligen Bereich eingegangen, die nun bearbeitet werden.
Zunächst von Geiselnahme ausgegangen
Der Überfall ereignete sich am 8. Mai. Gegen 9 Uhr wurde die Polizei durch einen automatisierten Alarm zu der Bankfiliale gerufen. Zunächst gingen die Beamten von einer Geiselnahme aus. Nach bisherigen Erkenntnissen bedrohte der Täter einen Bankmitarbeiter und einen Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens mit einer Schusswaffe und sperrte beide in den Tresorraum.
Da Zeugenaussagen darauf hindeuteten, konnten die Einsatzkräfte nicht ausschließen, dass sich der Täter noch im Gebäude befand. Eine Kontaktaufnahme kam jedoch nicht zustande. Ein Spezialeinsatzkommando drang schließlich in die Bank ein, befreite die beiden Männer unverletzt, fand aber keine Verdächtigen.
Täter flüchtete vor Eintreffen der Polizei
Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass der oder die Täter bereits vor dem Eintreffen der Polizei mit einem Behälter voller Bargeld geflüchtet waren. Eine Flucht nach der Umstellung des Gebäudes und der weiträumigen Sperrung der Innenstadt wird ausgeschlossen. Zur Höhe der Beute machten die Behörden keine Angaben.
Das Ermittlungsverfahren wird laut Polizei und Staatsanwaltschaft Koblenz vorläufig wegen schwerer räuberischer Erpressung und Freiheitsberaubung geführt. Diese Einordnung könne sich durch weitere Befragungen und Zeugenaussagen noch ändern.