Missbrauch in Koblenz: Neue Details zum Fall der 11-Jährigen

Nach dem Missbrauch einer 11-Jährigen in Koblenz kommen neue Details ans Licht. Der mutmaßliche Haupttäter sitzt in U-Haft, nach einem Mittäter wird gefahndet.

Missbrauch in Koblenz: Neue Details zum Fall der 11-Jährigen

Nach dem sexuellen Missbrauch einer Elfjährigen an einer Schule in Koblenz kommen neue Details ans Licht. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Während die Polizei nach einem flüchtigen 19-jährigen Mittäter sucht, sitzt der 20-jährige Hauptverdächtige in Untersuchungshaft (wir berichteten).

Der Vorfall soll sich am 28. April auf einer Schultoilette ereignet haben. Der mutmaßliche Haupttäter, ein 20-jähriger Mann aus Afghanistan, sitzt seit dem 5. Mai in Untersuchungshaft. Wie der Rechtsanwalt der Familie, Bilal Colak, erklärte, sei das Mädchen bei der Tat offenbar mit einem Messer bedroht worden. „Das Mädchen hat mir selbst erzählt, dass einer der beiden jungen Männer sich auf der Schultoilette bei dem Missbrauch die Hose runtergezogen haben soll. Dabei ist offenbar ein Messer aus einer Tasche gefallen. Einer der beiden Männer soll es aufgehoben und das Mädchen damit bedroht haben“, so der Anwalt.

Das Mädchen, das laut einem Familienmitglied an zwei schweren Erkrankungen leidet, sei nach dem Vorfall aus Angst wieder in den Unterricht gegangen, ohne sich jemandem anzuvertrauen. Erst zwei Tage später habe sie sich ihrer älteren Schwester offenbart, die daraufhin die Eltern informierte.

Festnahme nach Hinweis von Jugendlichen

Die Festnahme des 20-jährigen Tatverdächtigen erfolgte am 4. Mai. Laut Anwalt Colak hatten rund zehn Jugendliche herausgefunden, wo der Mann wohnt. Sie umstellten das Haus und informierten die Eltern des Mädchens. Diese verständigten die Polizei, die den Verdächtigen festnahm. Die Polizei erteilte der Jugendgruppe einen Platzverweis. Die genauen Umstände der Festnahme wollte die Polizei auf Nachfrage nicht kommentieren und verwies auf einen Auskunftsvorbehalt der Staatsanwaltschaft.

Wie der SWR berichtet, wird gegen den mutmaßlichen Haupttäter bereits wegen einer anderen Straftat ermittelt. In einem früheren Verfahren sei er zudem wegen des unerlaubten Besitzes einer Schreckschusswaffe zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Anwalt von Solidarität beeindruckt

Rechtsanwalt Colak zeigte sich beeindruckt von der Solidarität der Jugendlichen in Koblenz. Nach Bekanntwerden des Falls rief eine Gruppe zu einer Demonstration auf. In Videobotschaften sicherten viele Jugendliche dem Mädchen ihre Unterstützung zu. „Wir sind alle für dich da, du brauchst nie mehr Angst zu haben. Wir finden, du bist gerade das mutigste Mädchen auf der ganzen Welt“, sagte einer der Teilnehmer.

Dass Colak den Fall als Nebenklage-Anwalt vertritt, ist ungewöhnlich, da er eigentlich Strafverteidiger ist. Er erklärte, er habe sich des Falls angenommen, da er die Familie des Mädchens kenne.