In Koblenz ermittelt die Staatsanwaltschaft nach einem mutmaßlichen Sexualdelikt an einer Elfjährigen nun auch gegen einen möglichen Mittäter. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Ein 20-jähriger Hauptverdächtiger sitzt bereits seit vergangener Woche in Untersuchungshaft (wir berichteten) .
Der Vorfall soll sich bereits am 28. April auf dem Gelände einer Koblenzer Schule zugetragen haben. Einige Tage später wurde Anzeige erstattet. Der 20-jährige Mann steht im Verdacht, sexuelle Handlungen an dem Mädchen vorgenommen zu haben. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte machen die Ermittler keine weiteren Angaben zum Opfer und zum Beschuldigten. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Verdächtiger ist polizeibekannt
Der 20-Jährige, der sich weiterhin in Untersuchungshaft befindet, ist den Behörden bereits bekannt. Laut Staatsanwaltschaft liegt gegen ihn eine weitere Strafanzeige wegen eines mutmaßlichen Sexualdelikts vor. Außerdem wurde er in der Vergangenheit schon zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er eine Schreckschusspistole ohne waffenrechtliche Erlaubnis bei sich getragen hat. Es gebe keine Hinweise, dass der Mann mit dem Mädchen verwandt sei.
Nachdem der Fall bekannt wurde, warnte die Polizei davor, ungesicherte Meldungen, Bilder oder Namen in sozialen Netzwerken zu teilen. Zuvor kursierten dort nicht autorisierte „Fahndungsaufrufe“, die jedoch keine tatsächlich tatverdächtige Person zeigten. Die Polizei steht nach eigenen Angaben mit der Schulleitung und einem eingerichteten Krisenteam in Kontakt.
Welle der Hilfsbereitschaft in Koblenz
Der Vorfall sorgte für großes Aufsehen und löste eine Welle der Unterstützung aus. Eine Gruppe junger Menschen drehte am Deutschen Eck in Koblenz ein Video, um dem Mädchen ihre Solidarität zu bekunden. Ihre Botschaft ist: „Wir stehen hinter dir.“
Auf der Online-Plattform GoFundMe wurde ein Spendenaufruf für den rechtlichen Beistand der Familie veröffentlicht, bei dem bislang knapp 6.800 Euro gesammelt wurden. Der Sportverein TuS Neuendorf kündigte an, die Einnahmen eines Heimspiels für die Familie des Mädchens zu spenden.