Am Koblenzer Hauptbahnhof wird künftig ein neues Mahnmal an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Der Kulturausschuss der Stadt Koblenz hat der Verlegung einer sogenannten Stolperschwelle auf dem Bahnhofsvorplatz zugestimmt. Wie aus einer Beschlussvorlage der Stadtverwaltung hervorgeht, soll sie an die Deportationen im Zweiten Weltkrieg erinnern.
Die Stolperschwelle ist als dauerhaftes Element der Erinnerungskultur in Koblenz gedacht. Ihre zentrale Position vor dem Bahnhofsgebäude soll für eine erhöhte Sichtbarkeit sorgen und über die Verbrechen informieren. Gestaltet wird das Mahnmal von dem Künstler Gunter Demnig, der durch sein Projekt der Stolpersteine international bekannt wurde.
Gedenken an die Opfer von Deportationen
Die Schwelle wird an die Deportationen von Sinti, Roma und Juden zwischen 1943 und 1945 in Konzentrationslager wie Theresienstadt und Auschwitz erinnern. Der geplante Text lautet: „HAUPTBAHNHOF KOBLENZ 1943 – 1945 / VON HIER AUS DEPORTIERT / SINTI – ROMA – JUDEN ----- KINDER – FRAUEN - MÄNNER / THERESIENSTADT – AUSCHWITZ / AUSGEGRENZT – VERFOLGT – ENTEIGNET - VIELE ERMORDET“.
Die Verlegung der Stolperschwelle ist für November 2026 geplant. Sie ist Teil einer Veranstaltungsreihe zum Thema „Jüdisches Leben in Koblenz“.
Initiative aus der Zivilgesellschaft
Initiiert wurde das Projekt vom Förderverein Mahnmal e.V., der sich laut der Stadt seit fast 30 Jahren in der Gedenkarbeit in Koblenz engagiert und bereits zahlreiche Stolpersteinverlegungen begleitet hat. Unterstützt wird die Initiative von einem breiten Bündnis, zu dem unter anderem die Christlich-jüdische Gesellschaft, die Jüdische Kultusgemeinde und der Landesrat für Sinti und Roma e.V. gehören.
Die Umsetzung wurde bereits mit dem Tiefbauamt und dem Kommunalen Servicebetrieb Koblenz abgestimmt. Für die Stadt entstehen durch die Verlegung des Mahnmals keine Kosten.