21 Millionen Euro zusätzlich: Koblenzer Brückenbau erlebt neue Kostenexplosion

Der Neubau der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz wird erneut teurer. Die Kosten sollen um weitere 21 Millionen Euro auf insgesamt 202,3 Millionen Euro steigen.

21 Millionen Euro zusätzlich: Koblenzer Brückenbau erlebt neue Kostenexplosion

In einem Drei-Seiten-Papier erläutert die Verwaltung dem Koblenzer Stadtrat, wie es zu einer neuen Kostenexplosion beim Bau der Pfaffendorfer Brücke gekommen ist. Die Kosten des Projekts steigen demnach um weitere 21 Millionen auf jetzt 202,3 Millionen Euro. Es gibt „erheblichen Mehrbedarf“ bei der Kampfmittelsondierung, bei Vertiefungsarbeiten durch Schiffsbagger im Rhein sowie beim Bau der sogenannten Schiffsabweiser.

Vor allem die Suche nach und die Räumung von Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg haben sich der Verwaltung zufolge viel komplizierter dargestellt als ursprünglich erwartet. Zwar sei bekannt gewesen, dass der Bereich der Brücke im Krieg schwer umkämpft war. Deshalb sei der Kampfmittelräumung hohe Priorität eingeräumt worden. Aber im Verlauf der Arbeiten habe sich gezeigt, „dass weite Bereiche des Baufeldes Trümmerschuttauffüllungen in mehreren Metern Mächtigkeit aufweisen“. Dort sei die Bombensuche „nur mit sehr großem Aufwand möglich“ gewesen.

Vertiefung des Rheins notwendig

Eine zusätzliche Vertiefung des Rheins sei unter andrem wegen des Niedrigwassers notwendig geworden. Der Flussgrund sei deshalb „um einige Dezimeter vertieft“ worden. „Diese Arbeiten waren erforderlich, um Bauverzug in Folge der niedrigen Wasserstände aufgrund unvermeidlicher technischer Zwänge zu vermeiden“, schreibt die Verwaltung.

Die Gesamtkosten des derzeit größten öffentlichen Infrastrukturprojekts im nördlichen Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2022 ursprünglich mit 151 Millionen Euro kalkuliert worden. Zwei Jahre später waren sie bereits auf 181,3 Millionen Euro gestiegen. Die Verwaltung verweist darauf, dass bisher „durch Umgestaltungen und Optimierungen im Bauprozess“ 3,3 Millionen Euro eingespart werden konnten. Immerhin seien bereits 60 Prozent der Arbeiten abgeschlossen.

Die Stadt rechnet damit, dass sich das Land auch an den gestiegenen Kosten beteiligen wird. Bisher hat Mainz eine Förderung von 80,7 Millionen Euro zugesagt. Ein erster Aufstockungsantrag sei bereits gestellt. Ein zweiter sei für 2028 vorgesehen. „Als Erwartungshaltung werden bereits zusätzliche Beträge von rund 35,7 Mio. Euro eingeplant“, heißt es in dem Papier der Verwaltung.