Das Moselbad in Koblenz hat einen wichtigen Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit gemacht. Am Donnerstag wurden dort zwei Hochleistungsspeicher offiziell in Betrieb genommen, wie die Koblenzer Bäder GmbH mitteilt. Diese ermöglichen es, den vor Ort erzeugten Solarstrom rund um die Uhr zu nutzen. An der Inbetriebnahme nahmen unter anderem Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) und Oberbürgermeister David Langner (SPD) teil.
Die neuen Batteriespeicher sind an die Photovoltaik-Anlage auf der Parkplatzüberdachung des Bades gekoppelt. Diese war bereits Anfang 2026 fertiggestellt worden. Laut dem ausführenden Unternehmen Wi SOLAR BAU kann die erzeugte Energie nun zu 100 Prozent für den Betrieb des Moselbads genutzt werden. Damit ist es eines der ersten öffentlichen Gebäude in Koblenz, das zu einem so großen Teil mit Solarstrom aus eigenen Batteriespeichern versorgt wird.
Sonnenenergie für den Dauerbetrieb
Die Photovoltaik-Anlage auf dem Parkplatzdach erstreckt sich über eine Fläche von rund 1.790 Quadratmetern und erzeugt jährlich etwa 370.000 Kilowattstunden Strom. Die neuen Speicher vom Typ TESVOLT FORTON halten überschüssige Energie zurück, die dann bei fehlender Sonneneinstrahlung, etwa nachts, abgerufen werden kann. Mit einer Kapazität von 184 Kilowattstunden versorgen sie das Bad mit Strom für Heizung, Beleuchtung, die hauseigene Technik sowie sechs neue E-Ladesäulen auf dem Parkplatz.
Durch diese Technik sinkt die Abhängigkeit von schwankenden Strompreisen am Netz. „Das Moselbad gehört bereits heute zu den modernsten Stadtbädern mit Sauna und Gastronomie in Deutschland“, erklärt Betriebsleiter Daniel Genz. Die Speicher würden den Anteil erneuerbarer Energien weiter erhöhen und langfristig die Betriebskosten senken. Jährlich sollen so rund 173 Tonnen CO₂ eingespart werden.
Land fördert Projekt mit einer Million Euro
Für Oberbürgermeister David Langner ist die neue Technologie ein „technologischer Meilenstein für die Energieversorgung in Koblenz“. Sie trage nicht nur zu den Nachhaltigkeitszielen der Stadt bei, sondern sichere auch in Zukunft ein preiswertes Freizeitangebot für alle.
Finanziert wurde das Pilotprojekt mit einer Million Euro aus dem „Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation“ (KIPKI) des Landes Rheinland-Pfalz. Wirtschafts- und Energieminister Michael Ebling betonte: „Das Moselbad in Koblenz zeigt eindrucksvoll, welchen Unterschied moderne Batteriespeicher machen: Sie sorgen dafür, dass der vor Ort erzeugte Solarstrom genau dann genutzt werden kann, wenn er gebraucht wird.“ Solche Projekte würden Mut für weitere Investitionen in die Zukunft des Landes machen.