13 Prozent aller Eichen in Koblenz vom Prozessionsspinner befallen

In Koblenz sind 13 Prozent der städtischen Eichen vom Prozessionsspinner befallen. Die Stadt gibt Entwarnung, doch die Raupenhaare sind gefährlich. Das sollte man wissen.

13 Prozent aller Eichen in Koblenz vom Prozessionsspinner befallen

In Koblenz sind in diesem Jahr 13 Prozent der im städtischen Baumkataster erfassten Eichen vom Eichenprozessionsspinner befallen. Wie die Stadt Koblenz mitteilt, sei die Lage aber unter Kontrolle und ein Massenauftreten der Raupen ausgeblieben.

Regelmäßige Kontrollen ergaben, dass an 208 Eichen Nester entfernt werden mussten. Jeder gemeldete Befall sei zeitnah von einem Fachunternehmen beseitigt worden. „Wir sind beim Thema Eichenprozessionsspinner gut aufgestellt. Die Ausbreitung hält sich in Koblenz seit Jahren auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau“, erklärt Stadtbaummanager Stephan Dally. Ein Grund dafür sei, dass es in Koblenz nur wenige größere, zusammenhängende Eichenbestände gibt, die eine Ausbreitung begünstigen würden.

Gesundheitsgefahr durch giftige Brennhaare

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen sich hauptsächlich von Eichenblättern ernähren. Gefährlich für den Menschen sind die feinen Brennhaare, welche die Raupen ab ihrem dritten Larvenstadium entwickeln. Diese enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein und können bei Kontakt die sogenannte Raupendermatitis auslösen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötungen und Quaddeln. Werden die Haare eingeatmet, können sie zudem die Atemwege reizen und zu Husten, Bronchitis oder Asthma führen.

Da die Haare leicht abbrechen und vom Wind verbreitet werden, stellen auch verlassene Nester eine anhaltende Gefahrenquelle dar. Die Stadt rät daher, befallene Gebiete grundsätzlich zu meiden und Raupen sowie deren Gespinste nicht zu berühren. Nach einem möglichen Kontakt sollten Kleidung sofort gewechselt und der Körper samt Haaren geduscht werden.

So geht die Stadt gegen die Raupen vor

Die Nester des Eichenprozessionsspinners, die wie grauweiße Gespinste aussehen, werden in Koblenz von Fachfirmen mechanisch entfernt, beispielsweise durch Absaugen. Ein Abflammen wird nicht empfohlen, da dies die giftigen Haare in der Luft verwirbeln würde.

Sollte sich die Lage durch den Klimawandel verschärfen, prüft die Stadt auch den Einsatz biologischer Bekämpfungsmethoden. Dazu zählen Nematoden, mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die als natürliche Gegenspieler der Raupen gelten. Sie dringen in die Schädlinge ein und töten diese gezielt ab.