Bundespräsident zeichnet sieben Personen aus der Region Koblenz mit Verdienstorden aus

Frank-Walter Steinmeier ehrt in Andernach Menschen für vielfältiges Engagement

Bundespräsident zeichnet sieben Personen aus der Region Koblenz mit Verdienstorden aus

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Donnerstag auf Schloss Burg Namedy in Andernach insgesamt neun Personen aus Rheinland-Pfalz mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet (Merkurist berichtete).

Die Geehrten wurden für ihr vielfältiges Engagement ausgezeichnet: Dazu gehören die Förderung von Kindern und Jugendlichen, die Unterstützung älterer oder erkrankter Menschen, Integrationsarbeit, Einsatz für Gleichberechtigung und Engagement in der Kommunalpolitik. Neben Behrouz Asadi und Mehdi Jafari Gorzini (beide aus Mainz) erhielten folgende Personen aus der Region die hohe Auszeichnung durch das Staatsoberhaupt:

Zemfira Dlovani, Koblenz

Die Juristin Zemfira Dlovani bietet seit 2011 ehrenamtliche Rechtsberatung im Caritasverband Koblenz an – sowohl für Externe als auch für Mitarbeitende, um diese im Umgang mit rechtlichen Anliegen von Klientinnen und Klienten zu schulen. Zudem engagiert sie sich seit 2014 für vielfältige Flüchtlingshilfeprojekte und bot in diesem Kontext auch Rechtsberatung für Geflüchtete an. Als Mitbegründerin des Zentralrats der Êzîden in Deutschland setzt sie sich für die Sichtbarkeit jesidischen Lebens und des Genozids an Jesidinnen und Jesiden ein, der vom sogenannten Islamischen Staat im Nordirak verübt wurde. Darüber hinaus ist Zemfira Dlovani Vorsitzende der Frauen Union Koblenz und seit 2021 Mitglied im Bundesvorstand der Frauen Union der CDU Deutschlands.

Achim Hütten, Andernach

Achim Hütten wurde 1993 Bürgermeister der Stadt Andernach und 1994 ihr erster direkt gewählter Oberbürgermeister. In seiner fast 30-jährigen Amtszeit hat er seine Heimatstadt maßgeblich vorangebracht. Vor zwei Jahren legte er sein Amt vorzeitig nieder, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Eines seiner Erfolgsprojekte ist die „Essbare Stadt“, bei dem an öffentlichen Orten Obst, Gemüse und Nutzpflanzen zur freien Verfügbarkeit angebaut werden. Mehr als 18 Jahre lang war Achim Hütten Vorsitzender der Hochwassernotgemeinschaft Rhein, die sich für einen besseren Hochwasserschutz am Rhein einsetzt, seit 2023 ist er Ehrenvorsitzender.

Martina Ihrlich, Mülheim-Kärlich

Selbst betroffen vom tragischen Verlust ihres Kindes, gründete Martina Ihrlich 2004 die Selbsthilfegruppe „Leben ohne Dich“ in Andernach. Zwei Jahre später ließ sie sich auf eigene Kosten zur Trauerbegleiterin ausbilden. Seitdem spendet sie wochentags trauernden Angehörigen in Telefongesprächen Trost und moderiert darüber hinaus zweimal im Monat einen Gruppenabend. Zudem organisiert sie gemeinsame Wandertage und Gottesdienste. Im Vordergrund ihrer Aktivitäten steht dabei immer, trauernde Eltern dabei zu unterstützen, mit ihrem schweren Schicksalsschlag leben zu lernen. Martina Ihrlich gibt mit ihrem Engagement vielen Betroffenen neue Kraft.

Bernd Neitzert, Mendig

Im Jahr 2000 gründete Bernd Neitzert die gemeinnützige Tafel Koblenz und stand dem Verein lange als Vorsitzender vor. Mittlerweile ist er Ehrenvorsitzender. Daneben rief er 2005 die „Versteckten Engel“ ins Leben, welche Geld sammeln für Kinder in Notlagen, um ihnen zum Beispiel die Teilnahme an Schulausflügen zu ermöglichen. Das betreffende Kind erfährt hierbei nicht, dass die Eltern nicht selbst die Mittel für den benötigten Zweck aufbringen können. Die versteckten Engel unterstützen zudem Frühstücksprojekte an Schulen in Koblenz und Lahnstein sowie ein Kochprojekt für Schülerinnen und Schüler. Auf Initiative von Bernd Neitzert wurde 2015 der gemeinnützige Verein zur nachbarschaftlichen Hilfe „Die Brücke“ in Mendig gegründet, dessen Vorsitzender er im zehnten Jahr ist.

Alexandra Ruppert, Andernach

Schon im Alter von 14 Jahren übernahm Alexandra Ruppert Verantwortung, als sie ein Kind in ihrem Umfeld betreute. Mittlerweile betreut sie seit vielen Jahren Pflegekinder und stellt ihr Zuhause als Inobhutnahmestelle zur Verfügung. Seither ist ihr Zuhause bereits in circa 20 Fällen von verschiedenen Jugendämtern genutzt worden. Dabei zeigt Alexandra Ruppert stets große Bereitschaft, Kindern – mit bis zu drei Geschwistern gleichzeitig – über einen unbestimmten Zeitraum ein geborgenes und liebevolles Zuhause zu bieten. Darüber hinaus engagiert sich Alexandra Ruppert in Andernach ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen, in denen auch ihre Kinder aktiv sind.

Heidrun Walburg, Vallendar

Seit mehr als 50 Jahren setzt sich Heidrun Walburg beruflich sowie ehrenamtlich für Menschen mit Behinderung und deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ein. Sie hat die Entstehung und Entwicklung des „Vereins für Menschen mit Behinderung“ in Neuwied im nördlichen Rheinland-Pfalz maßgeblich mitgeprägt und vorangetrieben. Der Verein setzt sich als Selbsthilfeorganisation für die Belange von Menschen mit Behinderung und deren Familien ein mit dem Ziel, diese zu unterstützen, zu beraten und zu entlasten. Für ihre Verdienste wurde Heidrun Walburg 2015 vom Päritätischen Wohlfahrtsverband mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Astrid Weber, Koblenz

Zu Beginn der Corona-Pandemie übernahm Astrid Weber den medizinischen Aufbau der Fieberambulanz in Koblenz. Sie befasste sich intensiv mit den Nachwirkungen der Covid-Erkrankung und ist inzwischen Leiterin der einzigen fachübergreifenden Long-Covid-Ambulanz in Koblenz. Bisher wurden dort mehr als 1.000 Patientinnen und Patienten medizinisch versorgt, von denen auch ein Teil wieder in das aktive Berufsleben zurückkehren konnte.