Die Stadt Koblenz plant eine Anpassung ihrer Strategie im öffentlichen Nahverkehr. Künftig sollen die Busse der Koblenzer Verkehrsbetriebe (koveb) zwei Jahre länger als bisher im Einsatz bleiben dürfen. Wie aus einer Vorlage der Stadtverwaltung für den Stadtrat hervorgeht, soll das Höchstalter von zehn auf zwölf Jahre angehoben werden.
Grund für die geplante Änderung ist der stockende Übergang zur Elektromobilität. Eigentlich war vorgesehen, bis 2030 schrittweise auf mit Biogas betriebene Busse als Übergangstechnologie zu setzen. Diese Strategie lässt sich laut der Verwaltung jedoch nicht wie geplant fortführen. Neue rechtliche Rahmenbedingungen wie die ab 2029 geltende Euro-7-Norm und veränderte Marktbedingungen führen dazu, dass Hersteller die Produktion konventioneller Stadtbusse voraussichtlich einstellen werden.
Umstieg auf E-Busse verzögert sich
Obwohl die bisherige Bilanz der Biogas-Flotte mit einer jährlichen Einsparung von rund 2.650 Tonnen CO₂ positiv ausfällt, muss die koveb nun den Wandel hin zu vollständig emissionsfreien Antrieben beschleunigen. Untersuchungen haben ergeben, dass für das Koblenzer Liniennetz reine Elektrobusse die beste Lösung darstellen.
Die Umsetzung dieses Ziels verzögert sich jedoch erheblich. Das Hauptproblem ist die fehlende Infrastruktur. Der derzeitige Betriebshof der koveb ist für den Betrieb einer reinen E-Bus-Flotte technisch nicht ausgelegt. Die seit mehr als einem Jahr laufende Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen neuen „E-Betriebshof“ gestaltet sich schwierig. Nach aktueller Einschätzung wäre eine Inbetriebnahme eines neuen Depots frühestens im Jahr 2032 realistisch.
Ältere Busse und neue Diesel als Übergangslösung
Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, schlägt die Verwaltung nun eine Übergangsstrategie vor. Durch die Anhebung des maximalen Fahrzeugalters auf zwölf Jahre sinkt der Bedarf an neu zu beschaffenden Bussen zur Überbrückung von rund 40 auf etwa 17 Fahrzeuge. Diese sollen im Jahr 2028 angeschafft werden.
Laut der Vorlage stellt dabei der Kauf von Dieselbussen die wirtschaftlich und betrieblich sinnvollste Lösung dar. Diese könnten ergänzend mit Biokraftstoffen betrieben werden und wären damit in der Gesamtbilanz nahezu CO₂-neutral. Über den Vorschlag muss der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung entscheiden.