Ein auf den ersten Blick überraschendes Ergebnis liefert die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025: In der Kategorie der Rauschgiftdelikte steht Koblenz im Städtevergleich bundesweit an der Spitze. Das geht aus der aktuellen Falltabelle des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor. Zuvor hatte das öffentlich-rechtliche Content-Netzwerk Funk darüber berichtet.
Fälle pro Einwohner entscheidend
Der Grund für diese unerwartete Spitzenposition liegt in der sogenannten Häufigkeitszahl (HZ). Diese Kennzahl beschreibt nicht die absolute Menge an Straftaten, sondern rechnet die registrierten Fälle auf 100.000 Einwohner um. Auf diese Weise sollen Städte unterschiedlicher Größe statistisch vergleichbar gemacht werden.
Durch diese relative Betrachtung landet Koblenz in der Statistik noch vor Metropolen wie Frankfurt am Main, obwohl dort in absoluten Zahlen deutlich mehr Delikte erfasst werden.
Was die Statistik aussagt - und was nicht
Die PKS wird einmal jährlich veröffentlicht und fasst die Daten der 16 Landeskriminalämter zusammen. Sie bildet allerdings nur das sogenannte Hellfeld ab, also die von der Polizei registrierten Taten. Das Dunkelfeld nicht gemeldeter Verbrechen bleibt unberücksichtigt. Zudem werden Delikte wie Ordnungswidrigkeiten, Verkehrs-, Steuer- oder Finanzdelikte nicht in der Statistik erfasst.
Die Statistik bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass in Koblenz mehr Drogen konsumiert werden als anderswo. Bei Rauschgiftdelikten handelt es sich um sogenannte Kontrolldelikte. Das heißt, sie tauchen in der Statistik meist nur dann auf, wenn die Polizei aktiv kontrolliert und fündig wird. Eine hohe Fallzahl kann daher auch ein Indikator für eine hohe Kontrolldichte und eine erfolgreiche Ermittlungsarbeit der Polizei sein.