Zwei Jungen im Alter von 12 und 13 Jahren sind in Koblenz Opfer eines Erpressers geworden. Nach Polizeiangaben gegenüber Merkurist begann der Albtraum für die beiden in der Nacht von Samstag auf Pfingstsonntag an einer Baustelle unter der Pfaffendorfer Brücke.
Dort hielten sich die beiden mit einem weiteren Jugendlichen gegen 2 Uhr auf, als ein Mann sie ansprach. Er behauptete, der Sohn des Baustellenbesitzers zu sein und die Jungen dabei gefilmt zu haben, wie sie einen Sachschaden von 23.000 Euro angerichtet hätten. Er drohte, die Polizei zu rufen, sollten sie nicht dafür bezahlen. Für den Sonntagmittag um 11 Uhr befahl er ihnen ein Treffen am Kreisel an der Pfaffendorfer Brücke.
Bei dem Treffen nahm der Mann die beiden Jungen beiseite und forderte zunächst 2.000 Euro. Er ging mit ihnen zur Wohnung des einen Jungen in der Südlichen Vorstadt, wo dieser 165 Euro und Schmuck seiner Mutter holen musste. Anschließend fuhr die Gruppe mit dem Bus zur Karthause, wo der andere Junge 130 Euro aus seiner Spardose entnahm. Dabei drohte der Mann dem 13-Jährigen, er werde ihn „abknallen“, wenn er nicht mehr Geld besorge.
Im Anschluss zwang der Täter die Kinder, mit der Kreditkarte eines Vaters an Automaten bei der Commerzbank und im Schängelcenter rund 1.000 Euro abzuheben. Seine Forderung erhöhte er auf 5.000 Euro. In der Nähe von Fahrrad Franz trennten sie sich, der Mann befahl den Jungen, erreichbar zu bleiben und am nächsten Tag mehr Geld zu besorgen.
Polizei stellt dem Täter eine Falle
Auch in der Nacht von Sonntag auf Montag ließ der Mann nicht locker. Laut Polizei zitierte er einen der Jungen zweimal mitten in der Nacht in sein Hotelzimmer, um mehr Geld zu holen. Am Montagmorgen vertraute sich der andere Junge einer Freundin an, die ihm riet, seine Eltern einzuweihen.
Nachdem die Eltern informiert waren, schalteten sie die Polizei ein. Auf der Wache wurde ein Plan geschmiedet: Der Junge sollte dem Erpresser per WhatsApp schreiben, dass er neues Geld habe. Der Mann schlug daraufhin einen Treffpunkt am Agostea vor, wo die Polizei ihn schließlich festnehmen konnte. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt.