Das noch von der früheren Ampel-Regierung verabschiedete neue Einbürgerungsrecht hat im Jahr 2025 an Rhein und Mosel zu einem regelrechten Boom bei der Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft geführt. Laut der Koblenzer Statistik wurden 173 mehr Ausländer eingebürgert als noch 2024 (639).
Die Eingebürgerten stammen aus 70 verschiedenen Herkunftsländern. Jeder fünfte der neuen Staatsbürger kam aus Syrien, 69 aus Afghanistan, 54 aus Russland. Nur 57 stammten aus anderen EU-Ländern wie Rumänien (22) oder Polen (14).
Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden in unserer Stadt 3220 Personen eingebürgert. Inzwischen sind mehr als zehn Prozent der Einwohner von Koblenz eingebürgerte ehemalige Ausländer. Im Vergleich mit anderen Großstädten in Rheinland-Pfalz lag Koblenz schon 2024 bei der Einbürgerungsquote mit 3,4 Prozent ganz vorn, gefolgt von Kaiserslautern und Trier.
Neues Recht für Staatsangehörigkeiten
Die Koblenzer Statistiker gehen davon aus, dass die starke Zunahme der Einbürgerungszahlen auf das neue Staatsangehörigkeitsrecht zurückzuführen ist, dass die neue CDU/SPD-Bundesregierung aber wieder ändern will. So sind bisher Einbürgerungen schon nach fünf (früher acht) Jahren möglich, in Ausnahme fällen sogar nach drei Jahren. Außerdem dürfen die Eingebürgerten ihre bisherige Staatsbürgerschaft beibehalten.
Die Abteilung Migration des Ordnungsamtes der Stadtverwaltung geht davon aus, dass deswegen vor allem die Einbürgerungszahlen russischer und türkischer Staatsangehöriger zugenommen hat. Sie mussten bisher bei Aufgabe ihrer Heimat-Staatsbürgerschaft mit Nachteilen im Herkunftsland rechnen.