Schulstreik in Koblenz: Demo gegen Wehrpflicht geplant

Schüler in Koblenz rufen am Freitag (25.09.) zum Streik gegen die Wehrpflicht auf. Eine Demonstration soll durch die Innenstadt führen. Das sind die Hintergründe und die geplante Route.

Schulstreik in Koblenz: Demo gegen Wehrpflicht geplant

Das Koblenzer Schulstreik-Komitee ruft Schülerinnen und Schüler dazu auf, am kommenden Freitag, 25. September, gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu demonstrieren. Unter dem Motto „Wir wollen keinen Krieg, wir wollen eine Zukunft!“ ist ein Protestzug durch die Koblenzer Innenstadt geplant.

Es ist nicht die erste Protestaktion dieser Art in Koblenz. Laut Angaben des Koblenzer „Schulstreik gegen Wehrpflicht“-Komitees ist der Streik Teil einer bundesweiten Bewegung, an der sich mehr als 60 Städte beteiligen. An der jüngsten Demonstration im März, anlässlich des 81. Jahrestages des Weltkriegendes, nahmen nach Angaben eines Mitorganisators in Koblenz rund 100 Personen teil (Merkurist berichtete).

Route führt durch die Innenstadt

Die Demonstration soll um 10 Uhr am Koblenzer Hauptbahnhof beginnen. Von dort aus zieht die Route über den Markenbildchenweg und die Kurfürstenstraße. Nach einer Zwischenkundgebung am Max-von-Laue-Gymnasium führt der Weg weiter über die Casinostraße und die Schloßstraße bis zum Zentralplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfinden soll.

Protest gegen neues Wehrdienstgesetz

Hintergrund der Proteste ist das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz, das der Deutsche Bundestag am 5. Dezember 2025 beschlossen hat. Dabei handelt es sich nicht um eine Reaktivierung der allgemeinen Wehrpflicht, wie sie bis 2011 galt, sondern der Dienst beruht grundsätzlich auf Freiwilligkeit.

Dennoch gibt es Verpflichtungen: Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 müssen zukünftig an einer Wehrerfassung teilnehmen. Dazu gehört das Ausfüllen eines Fragebogens und eine medizinische Untersuchung, die sogenannte Musterung. Sollte sich jedoch die sicherheitspolitische Lage verschärfen oder die Zahl der Freiwilligen nicht ausreichen, hat der Bundestag die Möglichkeit auf Antrag der Bundesregierung eine „Bedarfswehrpflicht“ per Gesetz zu beschließen.

Die Organisatoren des Schulstreiks kritisieren jedoch nicht nur die Wehrpflicht selbst. Sie sehen darin eine zunehmende „Militarisierung unserer Gesellschaft“, wie Mitorganisator Leo Reinemann im Gespräch mit Merkurist erklärt. Als Beispiel nennt er die Präsenz der Bundeswehr an Schulen und auf Jobmessen. Mit den regelmäßigen Streiks wolle man das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung halten und die Forderung „mehr Geld für Bildung statt für Waffen“ bekräftigen.