Nach Rettung in letzter Sekunde: Koblenz Tennis Open stehen vor der Tür

Die Koblenz Tennis Open stehen vor der Tür. Mit neuem Konzept und günstigeren Preisen wollen die Veranstalterinnen Anfang Februar nicht nur Tennisfans, sondern die ganze Stadt in die Halle locken.

Nach Rettung in letzter Sekunde: Koblenz Tennis Open stehen vor der Tür

Lange war unklar, ob die Koblenz Tennis Open überhaupt noch stattfinden. Nach dem Rückzug des bisherigen Veranstalters stand das Hallenturnier vor einer ungewissen Zukunft. Nun steht fest: 2026 wird in Koblenz wieder internationales Profi-Tennis gespielt.

Vom 1. bis zum 8. Februar 2026 wird die EPG Arena erneut Austragungsort des Turniers. Dass es dazu kommt, war bis vor wenigen Wochen nicht gesichert. Der bisherige Veranstalter und Lizenzinhaber hatte sich gegen eine weitere Austragung entschieden. Für die Veranstaltung begann damit eine Phase der Unsicherheit.

Ein Ausfall hätte Folgen gehabt

Turniere dieser Kategorie lassen sich nicht ohne Weiteres aussetzen. Fällt ein Event für ein Jahr aus, ist nicht garantiert, dass es an denselben Standort zurückkehrt. Gerade bei den vergebenen Lizenzen kann ein Aussetzen dazu führen, dass ein Turnier dauerhaft aus dem internationalen Kalender verschwindet.

In dieser Situation wandten sich Partner an der bisherigen Koblenz Tennis Open an Birgit Bach und Johanna Strelow. Die beiden leiten eine Marketing- und Eventagentur mit Sitz in Leipzig und organisieren dort bereits ein professionelles Tennisturnier. Sie sollten prüfen, ob eine Übernahme in kurzer Zeit möglich ist. „Uns war sofort klar, dass dieses Turnier für die Region und auch für den deutschen Tennissport wichtig ist“, erklärt Bach. Ein solches Event dürfe nicht einfach verschwinden.

Start bei null mit wenig Vorlauf

Die offizielle Übernahme erfolgte zum 1. Dezember. Damit blieben nur wenige Wochen, um Abläufe, Verträge, Partner und Abstimmungen mit Verbänden neu aufzusetzen. „Auf einer Skala von eins bis zehn lag die Herausforderung wohl eher bei einer 35“, beschreibt Strelow die Situation. Vieles habe man komplett neu aufbauen müssen, vorhandene Strukturen seien nur eingeschränkt nutzbar gewesen.

Eine zentrale Rolle spielte dabei die Unterstützung vor Ort. Ein Team aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die das Turnier bereits in den vergangenen Jahren begleitet hatte, stand erneut zur Verfügung. Ohne dieses Netzwerk und die Unterstützung der gesamten Stadt Koblenz wäre die Umsetzung in der kurzen Zeit kaum möglich gewesen, machen die neuen Verantwortlichen deutlich.

Neuer Name, neues Auftreten

Mit dem Neustart ändert sich auch der Auftritt nach außen. Aus den bisherigen Koblenz Open werden die Koblenz Tennis Open. Name, Logo und visuelles Erscheinungsbild wurden neu entwickelt. Der neue Name soll verdeutlichen, dass ein neues Kapitel beginnt. Ziel sei es, dem Turnier eine eigene Identität zu geben und es langfristig weiterzuentwickeln.

Inhaltlich soll das Turnier breiter aufgestellt werden. Tennis bleibt der sportliche Kern, doch das Event soll sich stärker für die Stadt öffnen. „Wir möchten, dass man hingeht, weil man dort Menschen trifft, die man kennt“, sagt Bach. Perspektivisch sollen zusätzliche Angebote das Turnier begleiten. Angesprochen werden sollen nicht nur Tennisfans, sondern auch Menschen, die bislang wenig Berührung mit dem Sport hatten. Hemmschwellen wolle man bewusst abbauen. Niemand müsse Regeln kennen oder Erfahrung mitbringen, um das Gefühl von Live-Spitzensport zu erleben.

Spitzensport aus nächster Nähe

Sportlich bleibt das Turnier ein ATP-Challenger der Kategorie 50 und damit Teil des internationalen Turniersystems. Gespielt wird um ein Preisgeld von 56.700 Euro sowie um 50 Weltranglistenpunkte, die für viele Spieler entscheidend sind, um bei größeren Turnieren bessere Ausgangspositionen zu erreichen. Nach Angaben der Veranstalterinnen werden Profis aus den Top 500 der Welt erwartet, darunter auch Spieler, die früher bereits in den Top 20 standen, sowie junge deutsche Talente. In Person des Franzosen Benoît Paire tritt zudem ein ehemaliger Top-20-Spieler (Platz 17) der ATP-Weltrangliste per Wildcard in Koblenz an.

Für Zuschauer bedeutet das hochklassiges Tennis in direkter Nähe. „Man sitzt nicht weit weg und bekommt viel vom Spielgeschehen mit“, erläutert Bach. Um mehr Menschen anzusprechen, wurden die Eintrittspreise gesenkt. Ein Tagesticket für Erwachsene kostet 20 Euro. Langfristig soll das Turnier in Koblenz wieder verlässlicher Fuß fassen. Auch aus dem Rathaus kommt Rückendeckung. Oberbürgermeister David Langner begrüßt die Fortführung und sieht darin ein Signal für Koblenz als Sportstadt.

Schritt für Schritt zurück ins Vertrauen

Für 2026 gehe es laut den neuen Geschäftsführerinnen vor allem darum, Vertrauen zurückzugewinnen. Vieles sei unter Zeitdruck entstanden, das volle Potenzial sehen die Veranstalterinnen in den kommenden Jahren. „Wir möchten, dass sich die Koblenz Tennis Open als fester Termin etablieren“, betont Strelow. Ein Event, das man sich früh im Kalender vormerkt.

Die Koblenz Tennis Open finden vom 1. bis 8. Februar 2026 in der EPG Arena in Koblenz statt. Tickets und weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite unter www.koblenz-tennisopen.com.