Nach 1:5-Klatsche: Warum der Protest der TuS Koblenz ein falsches Signal ist

Nach der 1:5-Niederlage in Gau-Odernheim protestiert die TuS Koblenz wegen eines zu kleinen Spielfelds. Unser Autor Christoph Hansen meint: Das ist der falsche Weg und ein gefährliches Alibi.

Nach 1:5-Klatsche: Warum der Protest der TuS Koblenz ein falsches Signal ist

Eine 1:5-Klatsche gegen den TSV Gau-Odernheim, und nun der Protest gegen die Spielwertung wegen eines möglicherweise zu kleinen Platzes (Merkurist berichtete): Die TuS Koblenz, Mitfavorit auf den Titel in der Fußball-Oberliga, wählt den juristischen Weg. Ist das der richtige Schritt? Ich meine: Nein!

Natürlich ist es das gute Recht des Vereins, die Bedingungen des Spiels überprüfen zu lassen. TuS-Präsident Christian Krey erklärt dazu: „Mit dem heutigen Protest möchten wir weder die Leistung der Mannschaft schönreden noch uns dahinter verstecken. Dennoch müssen bei einem Fußballspiel faire und regelkonforme Bedingungen herrschen.“ Doch selbst in diesem Statement schwingt ein gewisses Unbehagen mit.

Ein gefährliches Alibi

Betrachten wir die sportliche Situation: Die TuS ist mit vier Siegen furios in die Saison gestartet und steht trotz der deutlichen Niederlage weiterhin an der Tabellenspitze. Die Ambitionen sind berechtigt und wurden eindrucksvoll untermauert. In Gau-Odernheim lief jedoch sportlich einiges schief, schon zur Pause lag man 0:3 zurück und war am Ende chancenlos.

Ein eventuell erfolgreicher Protest würde den Spielern ein völlig falsches Signal senden: „Kein Problem, wir haben zwar schlecht gespielt und verloren, aber die Punkte bekommen wir trotzdem.“ Das schafft ein gefährliches Alibi in den Köpfen der Spieler auf dem Weg zum angestrebten Aufstieg in die Regionalliga.

„Entscheidend is' auf'm Platz!“

Die Saison ist noch lang, 29 Spieltage stehen aus. Es gibt also mehr als genug Gelegenheiten, das Saisonziel aus eigener Kraft zu erreichen. Ich bin überzeugt, dass die TuS Koblenz die nötige sportliche Qualität besitzt, um am Ende ohne eine juristische Entscheidung ganz oben zu stehen.

Wie sagte schon die Fußball-Legende Adi Preißler (1956 und 1957 Deutscher Meister mit Borussia Dortmund): „Grau ist im Leben alle Theorie – entscheidend is' auf'm Platz!“ Will heißen – Am Ende zählt nur die Leistung auf dem Rasen. Die nächste Chance, diese zu zeigen und in drei Punkte zu verwandeln, hat die TuS Koblenz bereits am kommenden Samstag im Oberwerth-Stadion gegen den Ahrweiler BC.