Beim Besuch in Koblenz machte Pistorius klar: Die Bundeswehr-Beschaffung steht vor einem nächsten Kraftakt. Das Amt habe bereits das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro zusätzlich zu den laufenden Haushalten gestemmt – eine enorme Zusatzbelastung. Künftig reiche das aber nicht mehr aus: Nach Pistorius’ Worten müssten „jedes Jahr“ Summen im dreistelligen Milliardenbereich umgesetzt werden. Damit das gelinge, brauche es mehr Geschwindigkeit und Beweglichkeit in den Abläufen.
Nicht die Menschen – die Prozesse stehen im Fokus
Wichtig war Pistorius dabei ein Punkt: Seine Forderung solle ausdrücklich nicht als Vorwurf an die Beschäftigten verstanden werden. Er stellte klar, dass es um Strukturen, Verfahren und Entscheidungswege gehe. Seine Botschaft: Bremsen lösen, Hürden abbauen, schneller zum Ergebnis kommen. Kurz: Das Beschaffungsamt müsse „Fesseln abwerfen“, um in der aktuellen Sicherheitslage Schritt zu halten.
Drohnen-Takt in Wochen: Amt soll zukunftsfest werden
Die Anforderungen steigen aus Sicht des Ministers weiter, auch ganz praktisch: Mit einer wachsenden Zahl von Soldatinnen und Soldaten müsse mehr Material beschafft und anschließend betrieben werden. Gleichzeitig würden Innovationszyklen immer kürzer, bei Drohnen teils nur noch sechs bis zwölf Wochen. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) solle deshalb „zukunftsfest“ aufgestellt werden.
Der Koblenzer Termin fand am 23. Februar statt – einen Tag vor dem vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine. Pistorius sprach vor Ort mit der Amtsleitung und rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zum Abschluss stellte er sich demonstrativ hinter den Standort: In Koblenz werde „Großartiges geleistet“ , trotz früherer Debatten und Zweifel am Kurs der Bundeswehr-Beschaffung.