Bürgerumfrage: Das sind die größten Probleme in Koblenz

Die Koblenzer leben gerne in ihrer Stadt, doch die Sorgen bleiben. Das neue Bürgerpanel zeigt: Bezahlbarer Wohnraum, Verkehr und öffentliche Toiletten sind die größten Ärgernisse für die Menschen.

Bürgerumfrage: Das sind die größten Probleme in Koblenz

Die große Mehrheit der Koblenzer ist zufrieden damit, in ihrer Stadt zu leben. Das geht aus den Ergebnissen des neu veröffentlichten „Koblenzer Bürgerpanels 2025“ hervor, für das die Stadt im Herbst 2025 mehr als 3.600 Menschen befragt hat. Ganze 93 Prozent gaben an, grundsätzlich gerne in Koblenz zu wohnen. Trotz dieser hohen allgemeinen Zufriedenheit hat sich die seit 2019 eingetrübte Gesamtstimmung nicht wesentlich aufgehellt.

Wie die Umfrage zeigt, gibt es eine Reihe von Themen, die den Bürgern große Sorgen bereiten. Mit Abstand am kritischsten wird die Lage auf dem Wohnungsmarkt bewertet. Nur zehn Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es in Koblenz leicht sei, eine gute Wohnung zu einem vernünftigen Preis zu finden. Besonders Familien, Menschen mit geringerem Einkommen und junge Leute sehen hier die größten Probleme.

Wohnungsnot und Toiletten-Frust

Auch das Angebot an öffentlichen Toiletten sorgt für massive Unzufriedenheit, die im Vergleich zur letzten Umfrage sogar noch zugenommen hat. 85 Prozent der Teilnehmer sehen hier grundlegende Defizite. Ebenfalls kritisch bewertet werden die Preisgestaltung für den Linienbus, der Zustand der Schulen und die Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Deutlich abgenommen hat zudem die Zufriedenheit mit der ärztlichen Versorgung und der Vielfalt des Einzelhandels in der Innenstadt.

Gleichzeitig ist das subjektive Sicherheitsgefühl der Koblenzer erneut gesunken. Besonders Frauen fühlen sich nachts in der Stadt unsicher. Auch zwischen den Stadtteilen gibt es große Unterschiede: Während sich Bewohner am rechtsrheinischen Stadtrand sehr sicher fühlen, ist das Unsicherheitsgefühl in Lützel, Neuendorf und Wallersheim viermal so hoch.

Lichtblicke bei Bus, Rad und Schwimmbad

Positive Entwicklungen gibt es hingegen im öffentlichen Nahverkehr. Seit die Koblenzer Verkehrsbetriebe (koveb) den Busverkehr übernommen haben, ist die Zufriedenheit stetig gestiegen. Fast 60 Prozent äußern sich inzwischen positiv – eine Ausnahme bleibt der als zu hoch empfundene Preis für die Tickets. Besonders gelobt werden die verbesserten Informationen zu den Fahrplänen, was auf die neuen digitalen Anzeigen zurückzuführen sein dürfte.

Auch die Bedingungen für Radfahrer haben sich aus Sicht vieler verbessert, wenngleich eine Mehrheit weiterhin Handlungsbedarf bei der Sicherheit der Radwege sieht. Einen enormen Sprung in der Zufriedenheit gab es bei den Schwimmbädern: Nach der Eröffnung des Moselbads im August 2024 bewerten 55 Prozent das Angebot positiv, während es 2023 nur 20 Prozent waren.

Vertrauen in den OB, Kritik an Gebühren

Im Bereich der Kommunalpolitik zeigt sich ein gespaltenes Bild. Während das Vertrauen in den Oberbürgermeister einen historischen Höchststand erreicht hat, fühlen sich viele Bürger von der Stadt über politische Entscheidungen nicht gut informiert. Die Zufriedenheit mit dem Bürgerservice der Verwaltung ist zwar wieder gestiegen, liegt aber noch unter dem Niveau vor der Corona-Krise. Zudem empfindet eine Mehrheit die städtischen Gebühren als zu hoch.

Fragt man die Koblenzer nach den größten Problemen der Stadt, dominieren Verkehrsthemen wie Brücken- und Straßenbaustellen. Dicht dahinter folgen der angespannte Wohnungsmarkt, die Entwicklung der Innenstadt und eine wahrgenommene Zunahme von Respektlosigkeit in der Gesellschaft.