Koblenz: Anwohner wehren sich mit Petition gegen Radweg-Ausbau

Anwohner in Koblenz wehren sich mit einer Petition gegen den geplanten Ausbau eines Radwegs. Sie fürchten um Dutzende Bäume und den Charakter ihres Naherholungsgebiets.

Koblenz: Anwohner wehren sich mit Petition gegen Radweg-Ausbau

Der geplante Ausbau eines Rad- und Fußwegs am Moselufer sorgt für Widerstand in Koblenz. Wie die Rhein-Zeitung berichtet, haben Anwohner nun eine Petition gegen das Vorhaben der Stadt gestartet.

Die Interessengemeinschaft Moselufer habe die Petition auf der Internetseite „openPetition“ ins Leben gerufen, wie sie der Zeitung mitteilte. Darin fordere sie einen einjährigen Aufschub des Ausbaus. Ziel sei es, Zeit zu gewinnen, um Alternativen zu prüfen, eine „echte Bürgerbeteiligung“ zu ermöglichen und den Baumbestand zu schützen.

Weg zwischen Rauental und Moselweiß

Die Pläne der Stadt sehen vor, den Weg zwischen den Stadtteilen Rauental und Moselweiß auf 2,3 Kilometern Länge auszubauen. Die Kosten dafür würden sich auf 3,8 Millionen Euro belaufen. Für das Projekt müssten rund 30 Bäume gefällt werden, von denen 19 als geschädigt gelten. Laut Quelle seien die Pläne Anfang November 2025 öffentlich geworden.

Die Interessengemeinschaft kritisiere, dass „mindestens 27 prägende, 50 bis 80 Jahre alte einheimische Bäume gefällt sowie natürliche Ufervegetation entfernt werden“. Dies habe erhebliche Auswirkungen auf das Stadtklima, die Artenvielfalt und die Aufenthaltsqualität des Naherholungsgebiets. Eine „vorliegende unabhängige fachliche Stellungnahme“ habe ergeben, dass die Bäume überwiegend vital und verkehrssicher seien. Die Initiative betone, dass sie den Radverkehr unterstütze, sich die Kritik aber gegen die konkrete Ausführung des Projekts richte.

Stadt sieht Sanierungsbedarf

Die Stadtverwaltung verweist laut Rhein-Zeitung auf ihre Verkehrssicherungspflicht. Der Weg sei in einem schlechten Zustand, weise Unebenheiten durch Baumwurzeln auf und sei zu schmal für die gemeinsame Nutzung durch Radfahrer und Fußgänger. Ohne eine Sanierung drohe eine Sperrung des Weges.

Baudezernent Andreas Lukas habe betont, dass es sich bei den Plänen nur um einen Vorentwurf handle. Er wird mit der rhetorischen Frage zitiert: „Wann soll man denn die Bürger beteiligen? Wenn man ein weißes Blatt Papier hat?“ Die Verwaltung habe Anfang April vier Ortsbegehungen angeboten und dabei Anregungen mitgenommen, die nach Möglichkeit in die weitere Planung einfließen sollen. Sobald die Entwurfsplanung vorliege, würden die Gremien und Bürger erneut beteiligt.