Überraschender Bewerber: Paketzusteller will Koblenzer Bürgermeister werden

Der Koblenzer Stadtrat hat die Qual die Wahl. Insgesamt vier Kandidaten treten bei der Bürgermeisterwahl am 26. März an: drei Männer und eine Frau.

Überraschender Bewerber: Paketzusteller will Koblenzer Bürgermeister werden

Eigentlich ist die Nachfolge von Ulrike Mohrs als Erste Beigeordnete der Stadt eine klare Sache. Nachdem sich CDU, SPD und Grüne darauf verständigt haben, ihre jeweiligen Kandidaten zu unterstützen, ist die Wahl der CDU-Frau Dagmar Kranz eine ausgemachte Sache. Bisher war nur bekannt, dass auch Stephan Wefelscheid (Freie Wähler) antreten will. Dem Stadtratsmitglied und Landtagsabgeordneten der Freien Wähler werden aber nur Außenseiterchancen eingeräumt.

Zwei skurrile Kandidaten werfen ihren Hut in den Ring

Aber nun gibt es plötzlich zwei weitere Kandidaten, die bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist Ende Januar ihre Hüte in den Ring geworfen haben. Antreten wollen auch Ralf Devant und Arian Tavasoli (beide parteilos). Beide sind in der Koblenzer Politik unbekannt. Ihre Kandidaturen erscheinen – auch wegen der Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat – als ziemlich skurril.

Das gilt vor allem für Tavasoli. Er stammt aus dem Iran, hat – nach eigenen Angaben – drei Jahre als Paketzusteller im gesamten Stadtgebiet gearbeitet und wohnt in der Goldgrube. Er sieht sich einerseits als unabhängiger Kandidat, irgendwie aber auch als AfD-und CDU-verbunden. Das dürfte also eine interessante Vorstellungsrunde im Stadtrat geben.

Der zweite Unbekannte, Ralf Devant, will als „technikaffiner Mensch“ und IT-Experte die Verwaltung modernisieren. „Mein Fokus liegt darauf, Verwaltungsprozesse nicht nur digitaler, sondern vor allem effizienter und bürgernäher zu gestalten.“ Er steht politisch im Nirgendwo. „Meine politische Haltung ist geprägt von Pragmatismus und Lösungsorientierung.“

Schwammige Ausschreibung und früherer Amtsantritt

Na, dann… Vielleicht rächt sich nun, dass die Stadt die Anforderungen an den künftigen Bürgermeister so schwammig formuliert hatte. In der Ausschreibung wurde nur gefordert, dass die Bewerber „eine der Bedeutung der Stelle angemessene Vorbildung“ sowie „umfassende Kenntnisse und berufliche Erfahrungen“ haben. Vielleicht hat die beiden chancenlosen Kandidaten aber auch die Aussicht auf das Bürgermeister-Gehalt von rd. 10.000 Euro monatlich (Besoldungsgruppe B5) gelockt.

Der oder die Nachfolger/in von Ulrike Mohrs kann sein/ihr Amt übrigens schon früher als geplant antreten. Die Amtszeit der bisherigen Beigeordneten endet offiziell erst am 30. November. Aber sie will ihren Job offenbar schon Ende Juni aufgeben, um Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Agentur für Arbeit zu werden.