Der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Koblenzer Stadtrat, Stephan Wefelscheid, hat seine Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters eingereicht. Das teilte der 47-jährige Rechtsanwalt mit. Über die Besetzung der Stelle als hauptamtlicher erster Beigeordneter entscheidet in Koblenz nicht die Bürgerschaft, sondern der Stadtrat in einer geheimen Wahl.
Wefelscheid folgt mit seiner Kandidatur einem einstimmigen Beschluss des erweiterten Vorstands seiner Kreispartei. Er betont seine Unabhängigkeit und erklärt, dass weder er noch seine Partei an Absprachen zur Besetzung von Dezernentenposten vor der letzten Stadtratswahl beteiligt gewesen seien. „Ich bin insofern unabhängig und frei und ausschließlich dem Wohl unserer Heimatstadt Koblenz verpflichtet“, so Wefelscheid.
Angebot an neue Ratsmitglieder
Das Amt des Bürgermeisters sei für ihn grundsätzlich überparteilich, erklärt der Landtagsabgeordnete. Er sehe seine Aufgabe nicht darin, Parteipositionen durchzusetzen, sondern „zu der Einheit von Rat und Verwaltung beizutragen“. Seine Kandidatur sei ein Angebot an alle Ratsmitglieder, die neu im Stadtrat sind, an den Absprachen nicht beteiligt waren oder sich die Freiheit nehmen wollen, selbst zu entscheiden.
Obwohl die Spitzen von SPD und Grünen öffentlich ihre Unterstützung für die CDU-Kandidatin betonten, sei die Abstimmung geheim. „Durch meine Kandidatur wird es zur echten Wahlentscheidung“, ist sich Wefelscheid sicher.
Bündnis von CDU, SPD und Grünen
Hintergrund ist ein Bündnis von CDU, SPD und Grünen im Koblenzer Stadtrat. Die Parteien sichern sich durch diese Absprache gegenseitig die Mehrheiten für die Besetzung von Dezernentenposten. So wurde bereits Ingo Schneider (SPD) Bildungs- und Kulturdezernent und Andreas Lukas (Grüne) Baudezernent. Nun will die CDU im Gegenzug das Bürgermeisteramt besetzen.