Umstritten war der im Jahr 2013 eröffnete geschwungene Kulturbau am Eingang zur Altstadt schon immer. Zu protzig, zu modern, zu teuer. Auch die Form des 82 Meter langen und bis zu 33 Meter hohen „Forum Confluentes“ gefiel nicht allen Koblenzern. Von „Bügeleisen“ bis „Tortenstück“ reichten die Kommentare. Der Landesrechnungshof hatte schon 2016 die Doppel-Glasfassade massiv kritisiert. Sie sei für 12 Millionen Euro viel zu aufwändig und zu teuer.
Jetzt stellt sich heraus: Die Bedenken der Prüfer waren berechtigt. „Aktuell sind im Bereich der Fassade des Gebäudes insgesamt acht Großverglasungen defekt (vier gerade und vier gebogene Verglasungen)“, heißt es in einer Vorlage für den Stadtrat. Wer am Gebäude vorbei schlendert, kann die feinen Risse in einzelnen Glas-Elementen deutlich sehen.
Reparatur nur durch Herstellerfirma möglich
Kosten der Reparatur: 720.000 Euro! Das macht nach Adam Riese sage und schreibe 90.000 Euro pro Glasscheibe! „Die Kosten resultieren aus der besonderen Geometrie und der gesonderten Befestigung der Scheiben“, erklärt die Stadtverwaltung. Die Reparatur könne „ausschließlich durch die Herstellerfirma“ erfolgen. Zur Zeit verhandelt die Stadt mit ihrer Glasversicherung, ob sie die Schäden für drei der Scheiben übernimmt.
Aber wie kann das sein, dass sich an einem zwölf Jahre alten Gebäude die Glasfassade stellenweise auflöst? Laut Stadtverwaltung ist der Schaden „auf thermische Spannungen in den Großverglasungen zurückzuführen“. Diese Schäden seien „im Wartungsprotokoll der Herstellerfirma beschrieben und entstehen infolge temperaturbedingter Spannungsunterschiede im Gebäudebereich“. Und da sich an dieser Problematik nichts ändert, rechnet die Stadt auch in Zukunft mit weiteren Schäden an der Fassade. „Jährliche Wartungs- und Reparaturkosten sind zu erwarten.“
Frühere Versprechen zur Langlebigkeit
Zur Erinnerung: Noch 2017 hatte die Verwaltung dem Stadtrat noch die Langlebigkeit des neuen „architektonischen Highlights“ auf dem Zentralplatz angepriesen. „Es wird derzeit nicht davon ausgegangen, dass innerhalb der nächsten dreißig Jahre wesentliche Bauelemente des Forums rundum erneuert bzw. ausgetauscht werden müssen.“
Ziemlich hohl klingt im Rückblick auch der 2007 veröffentlichte Text zur Auslobung des Architekten-Wettbewerbs für das damals geplante Gebäude. Für das Image sei, „eine Architektur erforderlich, die hochwertigen Anforderungen genügt; dies gilt im besonderen Maß auch für die Fassadengestaltung“. Naja, ob bröselnde Scheiben an einem Vorzeigebau dem Image der Stadt dienlich sind, darf zumindest bezweifelt werden.