Die städtische Geschwindigkeitsüberwachung in Neuwied zeigt offenbar Wirkung. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ist die Zahl der geblitzten Autofahrer im zweiten Jahr der Kontrollen gesunken, obwohl mehr gemessen wurde.
Seit Ende Oktober 2023 übernimmt das Ordnungsamt die Geschwindigkeitskontrollen in Neuwied, um die Polizei zu entlasten und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Bilanz für das Jahr 2025 zeigt nun einen Rückgang der Verstöße. Wurden im ersten Jahr bei rund 160.400 Messungen noch 7.284 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt, waren es im zweiten Jahr bei etwa 164.500 Messungen nur noch 6.748. Die Quote der zu schnell Fahrenden sank damit von 4,54 auf 4,10 Prozent.
„Das ist ein schöner Erfolg. Die Zahlen gehen in die richtige Richtung“, kommentiert der Ordnungsdezernent Ralf Seemann. „Es spricht sich offensichtlich herum, dass wir in Neuwied konsequent kontrollieren und dass man sich als Autofahrer besser an die Tempolimits hält, weil das Risiko sonst hoch ist, erwischt zu werden.“
25 Fahrverbote und fast 210.000 Euro an Bußgeldern
Insgesamt sprach die Stadt Verwarn- und Bußgelder in Höhe von 209.310 Euro aus, rund 18.000 Euro weniger als im Vorjahr. Der Spitzenreiter im negativen Sinne war ein Autofahrer, der mit 98 km/h in der Friedrich-Rech-Straße in Niederbieber erwischt wurde, wo nur Tempo 50 erlaubt ist. Insgesamt führten die Verstöße zu 25 Fahrverboten.
Zusätzlich zu den Geschwindigkeitsverstößen dokumentierten die Blitzerfotos auch 38 Fahrer, die ihr Handy am Steuer benutzten. Dies zog jeweils ein Bußgeld von 100 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister nach sich.
Das sind die häufigsten Blitzer-Standorte
Für die Kontrollen setzt das Ordnungsamt ein mobiles Blitzfahrzeug und ein Stativ ein. Die Standorte werden in Abstimmung mit der Polizei festgelegt und berücksichtigen Unfallzahlen sowie die Nähe zu Schulen oder Kindergärten. Auch Wünsche von Bürgern werden geprüft. Die Stadt kündigt die Stadtteile, in denen geblitzt wird, regelmäßig auf ihren Social-Media-Kanälen an.
Die meisten Verstöße gab es in der Gladbacher Straße (862), gefolgt von der Dierdorfer Straße (679) und der Blücherstraße (638). Weitere Straßen mit vielen Verstößen sind die Rasselsteiner Straße (561) und die Engerser Landstraße (410). Seemann betont den „erzieherischen Effekt“, da in Neuwied nicht mehr „nahezu gefahrlos zu schnell gefahren werden“ könne.