An Koblenzer Grundschulen sind im Schuljahr 2023/24 fast 100 Schüler nicht in die nächste Klasse versetzt worden. Hauptursache sind mangelnde Sprachkenntnisse ausländischer Kinder.
In den vergangenen Jahren hatte die Grundschule Gräfenau in Ludwigshafen von sich reden gemacht. Dutzende Schüler waren nicht vom ersten ins zweite Schuljahr versetzt worden, weil sie nicht oder nur wenig Deutsch sprachen. Jetzt stellt sich heraus: Das Gräfenau-Problem gibt es auch in Koblenz.
Die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier teilte auf Merkurist-Anfrage mit, dass im vergangenen Schuljahr 90 Grundschüler in Koblenz nicht in die nächste Klassenstufe versetzt wurden, weil sie freiwillig eine Klasse wiederholen. Davon waren 24 in der ersten Klasse, 35 in der zweiten Klasse, 21 in der dritten Klasse und zehn in der vierten Klasse. Laut ADD wurden neun Schüler wegen mangelnder Leistungen nicht versetzt.
ADD sieht Erfolg in pädagogischem Ansatz
Bei den Schülern, die freiwillig „zurückgetreten“ sind, handelt es sich häufig um Fälle, in denen die Eltern einen Antrag auf Wiederholung der Klasse stellten. Die ADD betont, dass von der Gesamtzahl von 3891 Grundschülern im vergangenen Schuljahr „nur“ 2,4 Prozent von einer solchen Maßnahme betroffen waren. Damit habe sich die Quote gegenüber dem Schuljahr 2022/23 „um mehr als die Hälfte verringert“.
Hoher Migrationshintergrund an Koblenzer Grundschulen
Erst kürzlich hatte das Statistikamt Koblenz Zahlen über den Ausländeranteil an den 25 Grundschulen der Stadt veröffentlicht. Danach hatten 43 Prozent der Schüler im abgelaufenen Schuljahr einen Migrationshintergrund. 98,9 Prozent von ihnen sprechen in ihren Familien „überwiegend nicht deutsch“. Den höchsten Migrationsanteil gab es in der Grundschule St. Castor in der Altstadt mit 72,1 Prozent. Dahinter folgen die Schulen in Lützel (71,2 Prozent) und Neuendorf (68,6 Prozent).