Aktuelle Studie: Koblenz droht starker Bevölkerungsrückgang

Die Einwohnerzahl von Koblenz soll viel schneller schrumpfen als von den städtischen Statistikern vorausberechnet. Nach einer neuen Studie droht bis 2045 ein doppelt so starker Bevölkerungsrückgang als bisher angenommen.

Aktuelle Studie: Koblenz droht starker Bevölkerungsrückgang

Die neue Prognose stammt vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und der Wüstenrot-Stiftung. Darin wurde die Entwicklung in den nächsten 20 Jahren für alle 400 Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland in Augenschein genommen.

Das Ergebnis für Koblenz: Bis 2045 sinkt die Bevölkerungszahl von 113.378 im Jahr 2024 auf nur noch 106.084 – ein Rückgang um sechs Prozent. Die Koblenzer Statistiker gehen dagegen in ihrer aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung davon aus, dass die Einwohnerzahl im gleichen Zeitraum nur um 2,9 Prozent sinkt.

Dramatisch sieht der neuen Prognose zufolge die Lage bei den 0- bis 19-Jährigen aus. Ihre Zahl sinkt demnach um 19 Prozent, während die Zahl der über 68-Jährigen sogar um ein Prozent steigt.

Entwicklung hätte drastische Folgen

Für die Verwaltung und die Stadtspitze hätte diese Entwicklung drastische Folgen. Denn sie müssen langfristige Pläne für Kindertagesstätten, Schulen, Wohnungen und Pflegeeinrichtungen schmieden. So geht die Verwaltung schon bisher in ihrem Schulentwicklungsplan von sinkenden Schülerzahlen aus. Bis 2027 soll die Zahl der Grundschüler stabil bei rund 3900 bleiben, danach aber „spürbar“ sinken. Was das für die 25 Grundschulen in Koblenz bedeutet, ist unklar. Wird nur die Zahl der heutigen Klassen von 216 reduziert? Müssen viel weniger Lehrer eingestellt werden? Können ganze Schulen geschlossen werden? Diesen Fragen muss sich jetzt die Stadtspitze widmen.

Mit dem demographischen Problem steht Koblenz im bundesweiten Vergleich ziemlich weit hinten. Laut der neuen Studie liegt die Rhein-Mosel-Stadt bei der Bevölkerungsentwicklung auf Platz 281 der 400 Regionen. Viel besser sieht es dagegen im Landkreis Neuwied (Platz 97), im Kreis Mayen-Koblenz (Platz 136) und im Kreis Cochem-Zell (Platz 203) aus. Noch schlechter steht dagegen der Kreis Ahrweiler da – er liegt auf Platz 306.