Die Pläne für ein neues Nahversorgungszentrum mit Sporthalle in Koblenz-Wallersheim sorgen für Diskussionen. Um das Projekt zu realisieren, müsste eine rund 1,1 Hektar große Gehölzfläche gerodet werden, wogegen sich nun Widerstand von Umweltschützern formiert.
Wie die Umweltverbände BUND, Grün[h]ecken und NABU mitteilen, lehnen sie die Bebauung ab. Aus ihrer Sicht handelt es sich bei dem Gehölz um die „nahezu einzige größere verbliebene Grünfläche in weitem Umfeld stark versiegelter Ortsteile“. Die Bauvorhaben würden wertvolle Freiflächen zerstören und einseitig zu Lasten von Natur und dem bereits stark belasteten Koblenzer Stadtklima gehen. Die Umweltverbände fordern daher, die von ihnen vorgeschlagenen fünf alternativen Flächen für das Nahversorgungszentrum ernsthaft zu prüfen.
Die CDU Wallersheim hingegen betont die hohe Priorität der Bauprojekte. Der stellvertretende Vorsitzende Markus Rönsch erklärt, man stehe für eine „verantwortungsvolle Abwägung zwischen Umweltinteressen und den berechtigten Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger“. Gerade die Sporthalle sei eine notwendige Infrastrukturmaßnahme. „Vereine, Schulen und insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen warten seit Jahren auf angemessene Trainings- und Bewegungsmöglichkeiten“, sagt Rönsch.
So ist der aktuelle Stand der Planung
Auf Anfrage teilt die Stadtverwaltung Koblenz mit, dass derzeit das erforderliche Planungsrecht für das Projekt geschaffen wird. Dafür werden der Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert. Aktuell erarbeiten die Verantwortlichen die notwendigen Planunterlagen, einschließlich eines Umweltberichts.
Als nächster Schritt ist die öffentliche Auslegung dieser Pläne vorgesehen, die voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026 stattfinden soll. Anschließend will die Stadt die Grundstücksflächen für das Nahversorgungszentrum in einer sogenannten Konzeptvergabe vergeben. Dieses Verfahren ermöglicht es, qualitative Kriterien zu berücksichtigen und ein städtebaulich attraktives und nachhaltiges Konzept auszuwählen.
Baubeginn und Fertigstellung noch unklar
Wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist noch unklar. Zuerst muss ein Vorhabenträger ausgewählt und ein Bauantrag genehmigt werden. Da die weiteren Verfahrensschritte mit zeitlichen Unsicherheiten verbunden sind, kann die Stadtverwaltung derzeit keinen verbindlichen Zeitpunkt für den Baubeginn oder die Fertigstellung des Projekts nennen.