Bauprojekt „Maiblick Living“ in Koblenz: Bürger fürchten um ihre Sicherheit

Obwohl gebaut werden darf, wächst der Widerstand gegen das Projekt „Maiblick Living“ in Koblenz. Mehr als 1.700 Bürger warnen vor massiven Sicherheitsrisiken in der engen Zufahrt und erwägen Proteste.

Bauprojekt „Maiblick Living“ in Koblenz: Bürger fürchten um ihre Sicherheit

Auf der Baustelle des umstrittenen Wohnprojekts „Maiblick Living“ in Koblenz-Moselweiß herrscht seit einem halben Jahr Stillstand. Anfang Dezember wurde sogar der Baukran abgebaut. Doch die Sorgen der Anwohner bleiben. Eine Gruppe namens „Aktivisten Koblenz“, die nach eigenen Angaben mehr als 1.700 Bürger umfasst, warnt gegenüber Merkurist vor erheblichen Sicherheitsrisiken. Im Zentrum der Kritik steht die Verkehrssituation im Maigesetzweg, der Zufahrt zu den geplanten zwei Mehrfamilienhäusern mit 21 Eigentumswohnungen.

Die Aktivisten beschreiben die Zufahrtsstraße als extreme Gefahrenquelle. Der Maigesetzweg sei eine enge, steile Sackgasse ohne Gehweg. „Ein schmaler, steiler Fahrstreifen, auf dem Fahrzeuge kaum aneinander vorbeikommen, ohne dass Ausweichbewegungen oder Rückwärtsfahrten erforderlich werden“, erklärt die Gruppe. „Gleichzeitig bewegen sich dort täglich Menschen zu Fuß – ohne baulichen Schutzraum.“

Erhöhtes Verkehrsaufkommen in enger Sackgasse

Die Aktivisten warnen, dass durch das Bauvorhaben mit deutlich mehr Verkehr durch Anwohner, Besucher und Lieferdienste zu rechnen sei. Da es keine Wendemöglichkeit gibt, wären viele Fahrzeuge gezwungen, die gesamte enge Straße rückwärts wieder hinabzufahren. Dies schaffe unkalkulierbare Risiken. „Davon betroffen sind nicht abstrakte Verkehrsteilnehmer, sondern konkret Anwohnerinnen und Anwohner, Kinder, Eltern mit Kinderwagen, ältere Menschen und Personen mit Rollstuhl oder Rollator“, monieren die Aktivisten. Sie alle müssten sich den engen Raum mit Autos, Lieferwagen und Müllfahrzeugen teilen.

Die Gruppe äußert zudem den Verdacht, dass bei der Planung getrickst wurde. So sei nach öffentlich bekannten Plänen der Böschungsbereich am Hang als Teil der Verkehrsfläche eingerechnet worden, um die Straße auf dem Papier breiter darzustellen. Auch ein vorgelegtes Lärmgutachten für die Tiefgarage wird scharf kritisiert. Es basiere auf veralteten Richtlinien und bilde weder die tatsächliche Steigung der Rampe noch den Lärm durch Rangieren und Rückwärtsfahren realistisch ab.

Rechtliche Fragen offen, Proteste angekündigt

Rechtlich ist die Lage komplex. Ein Nachbar, der sich gegen das Projekt wehrt, ist mit Eilanträgen auf einen Baustopp vor dem Verwaltungs- und dem Oberverwaltungsgericht gescheitert. Die Richter hatten entschieden, dass vorerst weitergebaut werden darf. Allerdings ließen sie die grundsätzliche Frage, ob die von der Stadt erteilte Baugenehmigung mit ihren Befreiungen vom Bebauungsplan rechtmäßig ist, für ein späteres Hauptsacheverfahren ausdrücklich offen.

Die Aktivisten betonen, es gehe ihnen nicht darum, Wohnraum grundsätzlich zu verhindern. Sie fordern eine Klärung, „ob die tatsächlichen örtlichen Gegebenheiten ausreichend berücksichtigt wurden und ob die Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner sowie aller Verkehrsteilnehmenden angemessen gewürdigt wurde“. Sollten die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden, behält sich die Gruppe vor, von ihrem Versammlungsrecht Gebrauch zu machen und friedlich zu protestieren. „Vor allem aber, weil es hier um eine Situation geht, in der Menschen – darunter besonders Schutzbedürftige – täglich gezwungen sind, sich eine enge, steile Sackgasse ohne Gehweg mit Fahrzeugen zu teilen“, betont die Gruppe abschließend.