Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls hat am Dienstag (10. März) bei einer bundesweiten Schwerpunktprüfung zahlreiche Baustellen in der Region ins Visier genommen. Das teilt das Hauptzollamt Koblenz mit.
Im Bereich des Hauptzollamts Koblenz waren rund 90 Zöllnerinnen und Zöllner an den Standorten Koblenz, Mainz und Trier im Einsatz. Sie überprüften mehr als 270 Personen und befragten sie zu ihren Beschäftigungsverhältnissen. Ziel der Aktion war es, die Einhaltung von sozialversicherungsrechtlichen Pflichten und des Mindestlohns zu kontrollieren sowie illegale Beschäftigung, Scheinselbstständigkeit und Leistungsbetrug aufzudecken.
Dutzende Verfahren eingeleitet
Die Beamten stellten zahlreiche Verstöße fest. So besteht bei 22 Arbeitnehmern der Verdacht, dass sie sich illegal in Deutschland aufhalten. Gegen sechs Arbeitgeber wird wegen des Verdachts der Einschleusung von Arbeitnehmern ermittelt. In 26 weiteren Fällen könnte gegen die Mindestlohnvorschriften verstoßen worden sein. Andere festgestellte Sachverhalte betreffen den Verdacht der Beitragsvorenthaltung und Verstöße gegen Meldepflichten.
„Vor Ort wurden 32 Strafverfahren und 89 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Wir haben bei diesen Verfahren überwiegend den Verdacht, dass gegen aufenthaltsrechtliche Vorschriften verstoßen wurden. Dies ist gegenüber der Prüfung aus dem Sommer 2025 ein erheblicher Anstieg“, so Thomas Molitor, Pressesprecher des Hauptzollamtes Koblenz.
Baubranche im Fokus des Zolls
Auf die Kontrollen folgen nun umfangreiche Nachermittlungen. Dabei werden die Daten der Arbeitnehmer mit der Lohn- und Finanzbuchhaltung der Firmen abgeglichen und weitere Geschäftsunterlagen geprüft. Der Zoll arbeitet dabei eng mit anderen Behörden und der Rentenversicherung zusammen.
Laut Hauptzollamt legt der Zoll bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit einen besonderen Fokus auf die Baubranche. Gründe dafür seien die volkswirtschaftliche Bedeutung und die vielen gesetzlichen und tarifvertraglichen Regelungen in diesem Sektor.