Koblenz, Westerwald, Eifel, Ballermann. Die Liste bekannter Partyschlager-Künstler mit Wurzeln in der Region an Rhein und Mosel wird immer länger. Ein Zufall? „Unsere Region scheint ein fruchtbares Fleckchen Erde zu sein für einen Haufen Musiker und Künstler“, stellt Party-Star Sabbotage im Gespräch mit Merkurist fest. Und in der Tat: Neben Sabbotage (Ransbach-Baumbach), Mary (Großmaischeid) und Julian Sommer (Hausten) kommen mindestens drei weitere Ballermann-Größen unmittelbar aus der Region um Koblenz (Merkurist berichtete).
Der 42-Jährige, der mit bürgerlichem Namen David heißt, lebt seit seiner Geburt in der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach und hat sich durch Hits wie „Wir versaufen unser Geld“ und „Wir müssen aufhören weniger zu trinken“ einen Namen in seinem Genre gemacht.
Von der Prunksitzung auf die große Bühne
„Viele Kinder kommen hier von früh auf mit Karneval und ähnlichem in Berührung“, stellt der 42-Jährige fest. Er selbst hält diese frühe Konfrontation mit Bühnenerfahrung für einen entscheidenden Erfolgsfaktor verschiedener Malle-Stars der Region.
„Mit fünf hast du hier zumindest schon mal keine Angst mehr vor einer Bühne“, stellt Sabbotage fest. Angefangen mit seiner Geburt an einem Rosenmontag, über erste Auftritte als Kinderprinz, zieht sich die Feierkultur durch sein eigenes Leben. „Ich glaube, in unserer Region feiert man schon sehr gerne“, erklärt Sabbotage.
Zahlen belegen diese Aussage: Allein in Koblenz gibt es über 40 Karnevalsvereine mit rund 10.000 Mitgliedern. In kleineren Ortschaften ist der Zusammenhalt in den ansässigen Vereinen noch enger: So ist laut der Rhein-Zeitung in Kettig etwa jeder zehnte Einwohner Mitglied in der Kirmesgesellschaft.
Neben den kulturellen Aspekten bietet die Region um Koblenz auch einen entscheidenden praktischen Vorteil. Als Künstler sei man ständig unterwegs, vor allem Flüge nach Mallorca gehören zum Alltag. „Wir haben hier vier Flughäfen im Umkreis von anderthalb Stunden, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Frankfurt Hahn“, betont Sabbotage. „Für meinen Job lebe ich hier fantastisch.“
Eine Szene im Wandel
Entgegen des weit verbreiteten Glaubens bestehe der Alltag eines Mallorca-Schlagersängers weniger aus Feiern als aus Reisen und organisatorischen Aufgaben. Jedoch bezeichnet der Schlager-Star trotz des Stresses seine Arbeit als „den coolsten Job der Welt“.
Die Szene in Palma befindet sich im Wandel. Ein Wendepunkt sei der Hit „Layla“ gewesen, der laut Sabbotage „viele Türen geöffnet“ und zugleich die Konkurrenz in der Branche deutlich vergrößert habe. Für ihn persönlich stand zuletzt ebenfalls eine klare Veränderung an: Nach vielen Jahren im Bierkönig wechselte Sabbotage zur Saison 2026 in die MK Arena. Dabei blickt der 42-Jährige motiviert in die Zukunft: „Ich denke, dass ich den Job noch so lange machen will, bis mich keiner mehr sehen will,“ betont er.
Bereits im Juni ist der Malle-Star erneut in seiner Heimat zu sehen und zeigt sein Engagement abseits der Bühne. Am Dienstag, 9. Juni, können Fans Sabbotage als Fußballer beim Promi-Benefizspiel in Koblenz im Stadion Oberwerth erleben. Spenden, die dort eingenommen werden, sollen den Bau einer Schule in Namibia unterstützen. Hier können Tickets für dieses Benfizspiel erworben werden.