Im Ahrtal haben Dreharbeiten für eine vierteilige ARD-Serie begonnen, die die Flutkatastrophe vom 14. Juli 2021 aufarbeitet. Wie der SWR in einer Pressemitteilung berichtet, entsteht unter dem Arbeitstitel „Im Tal“ eine fiktionale Geschichte, die das Leben von fünf jungen Menschen nach der Flutnacht erzählt.
Die Serie stellt fünf im Ahrtal aufgewachsene junge Menschen in den Mittelpunkt, deren Zukunftspläne und Träume durch die Katastrophe zerstört werden. Einige von ihnen sind in der Flutnacht als Helfer der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Die Filmemacher betonen, dass die Charaktere bewusst fiktiv angelegt sind und sich nicht an realen Schicksalen orientieren. „Das war uns wichtig, weil es uns die Freiheit gegeben hat, das Erleben von vielen Menschen in einer Geschichte zu bündeln, ohne dass sich einzelne Betroffene dann auf dem Bildschirm wiederfinden“, erklärt Produzentin Simone Höller.
„Aus Respekt vor den Menschen hier“
Aus Rücksicht auf die Betroffenen wurden die Szenen, die sich direkt in der Flutnacht abspielen, nicht an der Ahr gedreht. Ein großer Teil der Dreharbeiten fand bereits im Mai in einem Spezialstudio für Wasseraufnahmen in Belgien statt. „Aus Respekt vor den Menschen hier. Niemand soll im Tal vor seiner Haustür noch einmal die Bilder von damals sehen müssen“, sagt Höller. Damit wollen die Produzenten verhindern, dass die Anwohner durch die Dreharbeiten retraumatisiert werden.
Auch Regisseur und Autor Niki Stein bezeichnet die Flutsimulationen als die sensibelsten Aufnahmen. Er habe über zwei Jahre für die Drehbücher recherchiert und bei den Anwohnern große Zustimmung für das Projekt erfahren. Stein, der das Ahrtal seit seiner Kindheit kennt, möchte mit dem Film der „Flutamnesie, wie das die Menschen an der Ahr nennen“, entgegenwirken. Er verspricht, keinen „Katastrophentourismus“ zu betreiben.
Dreharbeiten in Dernau, Rech und Altenahr
Die aktuellen Dreharbeiten konzentrieren sich auf das Leben im Tal und die Landschaft. Gedreht wird unter anderem in den Weinbergen sowie in Orten wie Dernau, Rech, Altenahr und im Bereich um Sinzig. Die Hauptrolle spielt Antonia Moretti, in Nebenrollen sind Heino Ferch, Joachim Król und Margarita Broich zu sehen.
Für Regisseur Stein steht die Ahr exemplarisch für den Umgang mit dem Klimawandel. „Wir wissen seit 50 Jahren, dass er kommt, aber wir tun ehrlich gesagt nicht wirklich was dagegen“, betont er. Die Serie soll voraussichtlich 2027 im Ersten und in der ARD-Mediathek ausgestrahlt werden.