Die wirtschaftliche Stimmung im Bezirk der IHK Koblenz hat sich nach einem Tief im Frühsommer etwas aufgehellt. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer (IHK) hervor. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Geschäftslage und die Erwartungen zusammenfasst, stieg im Herbst 2026 auf 88 Punkte. Da der Wert aber weiterhin unter der 100-Punkte-Marke liegt, signalisiert er eine überwiegend negative Grundstimmung in der regionalen Wirtschaft.
Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage hat sich dabei stabilisiert: Wie schon im Frühsommer bezeichnen 69 Prozent der Unternehmen ihre Lage als „gut“ oder „befriedigend“. Der Blick in die Zukunft fällt zwar weniger pessimistisch aus, von einer positiven Grundstimmung kann aber keine Rede sein. So rechnen nur 14 Prozent der Betriebe mit einer Verbesserung ihrer Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten, während 32 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen.
Hohe Kosten und unsichere Rahmenbedingungen
Die größten Risiken für die Unternehmen haben sich kaum verändert. An erster Stelle stehen weiterhin die hohen Energiepreise, die von 67 Prozent der Betriebe genannt werden. Dahinter folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (61 Prozent) und die schwache Inlandsnachfrage (57 Prozent). „Das Risikobild bleibt geprägt von einer Kombination aus hohen Kosten, schwacher Nachfrage und Planungsunsicherheit“, betont Fabian Göttlich, Geschäftsführer der IHK Koblenz. Der konjunkturelle Motor werde nicht anspringen, solange Energie, Arbeit und Regulierung hohe Kosten verursachten.
Besonders in der Industrie hat sich die Stimmung verbessert, der entsprechende Index stieg von 80 auf 92 Punkte. Gleichzeitig bleibt die Auftragslage angespannt, denn rund 45 Prozent der Industriebetriebe berichten von rückläufigen Aufträgen aus dem Inland. Etwas besser sieht es beim Auslandsgeschäft aus: Hier rechnen 76 Prozent mit steigenden oder gleichbleibenden Exporten.
Investitionen ja, neue Jobs nein
Auch bei den Investitionen gibt es eine leichte Verbesserung. Knapp zwei Drittel der Unternehmen erwarten in den nächsten zwölf Monaten höhere oder gleichbleibende Investitionen. Diese dienen jedoch hauptsächlich dem Erhalt der bestehenden Leistungsfähigkeit (64 Prozent) und Effizienzsteigerungen (41 Prozent). Investitionen zur Erweiterung des Geschäfts spielen eine untergeordnete Rolle.
Die Beschäftigungsabsichten bleiben verhalten. Nur 11 Prozent der Unternehmen planen, neue Mitarbeiter einzustellen, während 30 Prozent einen Stellenabbau erwarten. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, offene Stellen zu besetzen. 36 Prozent der Betriebe geben an, offene Stellen länger als zwei Monate nicht besetzen zu können, weil geeignete Arbeitskräfte fehlen. „Damit aus den ersten positiven Signalen wieder Wachstum und Beschäftigung entstehen können, brauchen die Unternehmen deutlich bessere und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen“, lautet Göttlichs Fazit.