Nach intensiven Verhandlungen bei Novelis in Koblenz sind betriebsbedingte Kündigungen abgewendet. Das teilt die IG Metall Koblenz mit. Ursprünglich standen wegen wirtschaftlicher Einschnitte 197 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Die Pläne des Unternehmens stießen auf geschlossenen Widerstand der Belegschaft. „Die Beschäftigten haben gezeigt, dass sie kämpfen können und dass sich das auszahlt. Ohne den Druck aus der Belegschaft wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen. Kündigungen konnten wir verhindern. Das ist ein klarer Erfolg der Kolleginnen und Kollegen“, sagte Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz bei einer Presskonferenz am Freitag.
Auch der Betriebsratsvorsitzende Denis Hammer betont: „Wir haben in den Verhandlungen deutlich gemacht, dass ein reiner Stellenabbau für uns keine Option ist. Entscheidend war, tragfähige Lösungen zu finden, die den Standort sichern und gleichzeitig die Interessen der Beschäftigten schützen.“
Freiwilligkeit und neue Regelungen statt Kündigungen
IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung haben sich auf ein umfassendes Paket geeinigt. Dieses besteht aus einem Tarifvertrag, einem Interessenausgleich, einem Sozialplan sowie mehreren Betriebsvereinbarungen. Statt auf Kündigungen setzt die Einigung auf Freiwilligkeit, Arbeitszeitlösungen und Qualifizierung.
Kern des Pakets ist der Tarifvertrag „Operational Efficiency“. Er sichert unter anderem die Entgelte bei Veränderungen und schafft Anreize für eine freiwillige Reduzierung der Arbeitszeit. Ergänzend ermöglichen ein Freiwilligenprogramm, neue Schichtmodelle und Regelungen zur Altersteilzeit einen sozialverträglichen Umbau des Standorts. „Auch unter wirtschaftlichem Druck lassen sich gute und faire Lösungen durchsetzen, wenn die Belegschaft zusammensteht“, erklärte Ali Yener.