Nosferatu-Spinne jetzt auch in Koblenz nachgewiesen

Ein Video auf Instagram zeigt eine Nosferatu-Spinne in einem Weinglas aus Koblenz. Die große Spinnenart, deren Biss schmerzhaft sein kann, breitet sich auch in der Region weiter aus.

Nosferatu-Spinne jetzt auch in Koblenz nachgewiesen

Eine Nosferatu-Spinne klettert in einem Weinglas mit Koblenzer Gravur umher: Diese Szene zeigt ein aktuelles Video auf Instagram. Der Clip ist ein weiterer Beleg dafür, dass die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatete Art nun auch in der Region Koblenz angekommen ist.

Der Clip wurde vor rund einer Woche auf dem öffentlich einsehbaren Kanal „c_en_sorship_lo_t_ion“ gepostet. Er zeigt die Spinne aus verschiedenen Perspektiven, auch in Nahaufnahme, wie sie in dem Glas umherläuft. Um die Art zu bestätigen, zeigt das Video anschließend eine Google-Beschreibung der Nosferatu-Spinne. Auch die verwendeten Hashtags #nosferatuspinne und #koblenz weisen auf den Fundort hin.

Die Spinne mit dem wissenschaftlichen Namen Zoropsis spinimana fällt durch ihre beachtliche Größe auf. Mit einer Beinspannweite von bis zu sechs Zentimetern und einer Körperlänge von knapp zwei Zentimetern gehört sie zu den größeren Spinnenarten in Deutschland. Ihren Namen verdankt sie einer Zeichnung auf ihrem Vorderkörper, die an den Vampir aus dem Filmklassiker „Nosferatu“ erinnert. Dank spezieller Hafthaare an ihren Beinen kann sie sogar glatte Oberflächen wie Glas emporklettern.

Ursprünglich stammt die Nosferatu-Spinne aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika. Experten gehen davon aus, dass ihre Ausbreitung nach Norden durch die Globalisierung und den Klimawandel begünstigt wird. Erste Nachweise in Deutschland gab es 2005, mittlerweile ist die Art vor allem entlang des Rheins weit verbreitet. Mit den wärmeren Temperaturen Ende Februar werden die Tiere wieder aktiver.

Biss ist schmerzhaft, aber meist harmlos

Obwohl die Nosferatu-Spinne zu den wenigen Spinnen in Deutschland gehört, die mit ihren Beißwerkzeugen die menschliche Haut durchdringen können, gilt sie nicht als gefährlich. Sie beißt nur zu, wenn sie sich bedroht oder in die Enge getrieben fühlt. Ein Biss wird als schmerzhaft beschrieben, vergleichbar mit einem leichten Wespen- oder Bienenstich. Die Symptome wie Schwellungen oder Rötungen klingen in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab.

Anders als viele heimische Spinnen baut die Nosferatu-Spinne keine Fangnetze. Sie ist eine nachtaktive Jägerin, die ihrer Beute auflauert oder sie verfolgt. Da sie es gerne warm hat, wird sie nördlich der Alpen häufig in Gebäuden angetroffen. Dort versteckt sie sich tagsüber und geht nachts auf die Suche nach Insekten und anderen Spinnen.