Für eine umfassende Sanierung sperrt die Deutsche Bahn vom 10. Juli bis zum 11. Dezember die viel befahrene rechtsrheinische Bahnstrecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf bei Bonn. Wie die Bahn mitteilt, bedeutet das für tausende Fahrgäste fünf Monate lang Umleitungen und Ersatzverkehr mit Bussen. Ziel ist es, die über 150 Jahre alte Strecke leistungsfähiger und weniger störanfällig zu machen.
Umfangreicher Ersatzverkehr mit Bussen
Als Ersatz für die ausfallenden Züge richtet die Bahn einen umfangreichen Ersatzverkehr mit insgesamt 164 modernen Bussen und 550 Fahrern ein. Elf Buslinien sollen alle Haltestellen bedienen, teilweise in so enger Taktung, dass sich für Fahrgäste mehr Fahrmöglichkeiten ergeben. Darunter sind auch zwei Expresslinien zwischen Wiesbaden und Koblenz sowie zwischen Koblenz und Troisdorf. Für Schüler sind zusätzliche Fahrten geplant. Die barrierefreien Busse verfügen laut Bahn über WLAN, Gepäckstauraum und teilweise auch Toiletten.
Die Sperrung betrifft auch Europas meistbefahrene Güterzugstrecke zwischen Genua und Rotterdam. Viele Frachtzüge müssen daher weiträumig umgeleitet werden, teilweise über Trier und Kassel, teilweise auf die gegenüberliegende linke Rheinseite. Das hat zur Folge, dass auch dort das Angebot für Personenzüge „ausgedünnt“ werden muss, wie die Bahn einräumt.
Diese Zuglinien sind betroffen
Die Bauarbeiten führen zu umfangreichen Fahrplanänderungen. Im Nahverkehr enden die Linien RE8 und RB27 von Mönchengladbach kommend in Troisdorf. Die RB10 verkehrt nur zwischen Frankfurt und Wiesbaden, der RE9 zwischen Frankfurt und Eltville entfällt komplett. Auch im Fernverkehr sind Anpassungen nötig: Die Züge zwischen Berlin und Bonn sowie zwischen Norddeich Mole und Koblenz starten und enden in Köln, die ICE-Sprinter-Verbindung Bonn-Köln-Berlin entfällt ganz. Die Züge von und nach Luxemburg beginnen und enden in Koblenz statt in Düsseldorf.
Was wird auf der Strecke saniert?
Allein zwischen Unkel und Wiesbaden erneuert die Bahn auf rund 60 Kilometern die Gleise, tauscht etwa 116 Weichen aus und modernisiert circa 40 Kilometer Oberleitung. Zusätzlich werden 15 Brücken und Stützwände saniert sowie sieben Felshänge gesichert. Alle Bahnhöfe an der Strecke sollen modernisiert und größtenteils barrierefrei werden. Für einen besseren Lärmschutz im Welterbe Mittelrheintal sollen bis Ende 2026 insgesamt 19 Kilometer neue Schallschutzwände entstehen.
Die Arbeiten sind Teil eines größeren Sanierungsprojekts. Wie die Deutsche Bahn ankündigte, steht 2027 die Sanierung der linken Rheinstrecke an. Detaillierte Informationen zu den aktuellen Fahrplänen und dem Busverkehr sollen im Frühjahr in der DB-Navigator-App und auf der Internetseite der Bahn veröffentlicht werden.