Dem Traditionsstandort des Verpackungsherstellers Coveris in Neuwied droht das Aus (Merkurist berichtete). Wie die Rhein-Zeitung berichtet, plant die Unternehmensführung die Schließung des Werks, obwohl am Montag ein Konzept zur Fortführung vorgestellt wurde.
Bei einer Betriebsversammlung am Montag sei den Mitarbeitern ein Fortführungskonzept präsentiert worden, das der Betriebsrat gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi und der Technologieberatungsstelle Mainz erarbeitet habe. Laut Ferhat Altan, Landesfachbereichssekretär bei Verdi, habe die Unternehmensleitung jedoch signalisiert, dass grundsätzlich kein Interesse daran bestehe, an dem Konzept vertiefend zu arbeiten.
Die Konzernleitung aus Wien sei bei der Versammlung nicht anwesend gewesen. Ein konkretes Datum für die Schließung sei aber nicht genannt worden. Die 97 Mitarbeiter seien nun „enttäuscht und frustriert“.
Ministerin schaltet sich ein
Unterstützung erhalte die Belegschaft von der rheinland-pfälzischen Arbeitsministerin Dörte Schall, die an der Betriebsversammlung teilnahm. Sie erwarte von der Unternehmensleitung, dass sie die Alternativvorschläge sorgfältig prüfe. „Gemeinsames Ziel muss die Sicherung des Standorts und der Erhalt der Arbeitsplätze sein“, wird die Ministerin zitiert. Schall habe angekündigt, die Coveris-Führung ins Ministerium nach Mainz einzuladen, um doch noch eine Zukunft für den Standort Neuwied zu erörtern.
Auch der Neuwieder Oberbürgermeister Jan Einig würde eine Schließung bedauern und nannte den möglichen Verlust der Arbeitsplätze „dramatisch“. Er zeigte sich jedoch wenig optimistisch, da das Unternehmen schon bei einem früheren Kontakt nicht den Eindruck erweckt habe, noch einmal am Schließungsbeschluss zu rütteln.
„Potenzial für Fortführung ist vorhanden“
Für die Gewerkschaft Verdi, den Betriebsrat und die Beschäftigten gehe der Kampf unterdessen weiter. Man werde nicht lockerlassen, die Unternehmensführung zu überzeugen, sagte Verdi-Sekretär Altan. Die Mitarbeiter hätten bereits durch den Verzicht auf tarifliche Sonderzahlungen und unbezahlte Mehrarbeit ihre Bereitschaft gezeigt. „Das Potenzial für eine Fortführung des Betriebes ist vorhanden“, sagte Altan der Rhein-Zeitung. Es fehle einzig der Wille der Unternehmensführung.