Westpfalz-Klinikum nimmt neuen Hybrid-OP in Betrieb

4,25 Millionen Euro für neuen Hybrid-OP

Westpfalz-Klinikum nimmt neuen Hybrid-OP in Betrieb

„Exzellente Investition für die Zukunft“ – Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern hat neuen Hybrid-OP in Betrieb genommen.

Der Hybrid-Operations-Saal verbindet ein kardiologisches Herzkatheter-Labor mit einem herzchirurgischen OP-Saal. Dadurch steige die Behandlungsqualität und die Zeitersparnis sei enorm, so Professor Dr. Manfred Dahm, Chefarzt der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Westpfalz-Klinikum. Kardiologie und Herzchirurgie können so noch viel enger und interdisziplinär in einem Raum zusammenarbeiten. Von der Gesundheitspolitik sogar so gefordert, könne hier zukünftig „ein ganzes Herzteam gemeinsam agieren“, so Dahm.

Der neue Hybrid-OP erfüllt höchste Sterilitätsansprüche und lässt eine Kombination von feinen Kathetereingriffen und Operationen am offenen Herzen zu. Sogar ein Röntgengerät befindet sich im Raum und kann eingesetzt werden. Zukünftig werden also alle Teams gemeinsam an einem Ort operieren können, betonte Dahm. Dadurch werde die Operationszeit verkürzt, einiges an Wegen eingespart und größere Operationswunden vermieden. „Der neue Hybrid-OP vereint das Beste aus zwei Welten“, so Professor Dr. Burghard Schumacher, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2.

Der Hybrid-OP ist fast doppelt so groß, wie ein herkömmlicher Operations-Saal. Das sei laut Dahm aber auch notwendig, da sehr viel Equipment benötigt werde und untergebracht werden muss, beispielsweise mehrere riesige Monitore. „Die Notwendigkeit ist in unserer Region besonders gegeben“, schilderte Dahm. Der Bedarf steige kontinuierlich. Herz- und Kreislauferkrankungen seien im Westen die häufigste Todesursache. Außerdem gebe es in der Westpfalz einen besonders hohen Anteil an älteren Menschen. 20 Prozent aller Patienten seien aktuell über 80 Jahre alt. Das mache die Behandlung oft zu einer Gratwanderung. Mit Hilfe des neuen Hybrid-OP werde die Operationszeit und die Dauer des stationären Aufenthalts verkürzt, was die Belastung der Patienten sinken lässt. Denn „umso länger sie im Krankenhaus sind, desto stärker gehe die Alltagskompetenz und die Mobilität der älteren Patienten verloren“, so Schumacher.

Die Kosten für den neuen High-Tech Operationssaal liegen bei insgesamt 4,25 Millionen Euro. Davon wurden 3,3 Millionen durch Fördermittel des kommunalen Investitionsprogrammes der Stadt Kaiserslautern zur Verfügung gestellt. Den restlichen Betrag hat das Klinikum mit einem Kredit finanziert.

Der 14-monatigen Bauzeit war eine fast dreijährige Planungs- und Entscheidungsphase vorausgegangen. Bereits 2012 hatte es die ersten Überlegungen bezüglich des Hybrid-OPs gegeben. Seit März 2015 stand der Standort fest: an der Albert-Schweitzer-Straße über einer bestehenden Flachdachfläche des Hauses 6 des Westpfalz-Klinikums. Es handelte sich laut Baureferatsleiter Rolf Crolly um ein besonders komplexes Bauprojekt, welches eine gebührende Sorgfalt und Umsicht benötigte. Denn die vielen verschiedenen Anforderungen aller Beteiligten mussten berücksichtigt werden.

Nachdem bereits eine „Dummy“-Operation als Probe durchgeführt wurde, sei geplant, am 4. November dann die erste richtige Operation in dem neuen Hybrid-OP durchzuführen. Vergleichbare Hybrid-Operationssäle gibt es unter anderem auch in Trier und Heidelberg.

Logo