Sommertour des SPD-Landesverbandes in Kaiserslautern

SOS-Kinderdorf in Kaiserslautern, Jugendhilfe und Beratung

Sommertour des SPD-Landesverbandes in Kaiserslautern

Anlässlich der Sommertour des SPD-Landesverbandes, konnte Michael Breiner, Bereichsleiter SOS-Kinderdorf Kaiserslautern - Jugendhilfe und Beratung, Staatsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Generalsekretär Daniel Stich, Pressesprecherin Bianca Walther, Bürgermeisterin Dr. Susanne Wimmer-Leonhardt sowie die Leiterin des Spieletreffs Asternweg, Frau Katja Quartier, in den Räumlichkeiten des SOS-Familienhilfezentrum Kaiserslautern begrüßen. Breiner ist jetzt schon 25 Jahre bei dieser Institution tätig die schon über 40 Jahre Bestand in Kaiserslautern hat.

Das Familienhilfezentrum dient als erste Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche bei Gewalt, Kindesmisshandlung und sexuellem Missbrauch. Herr Breiner berichtet dass sich Kinder direkt melden oder auch über das Jugendamt aus dem ganzen Bundesland vermittelt werden. Überrascht war dann auch Daniel Stich über die Anzahl der Kinder und Jugendlichen die sich über das Jahr bei SOS melden. „Wie liegt denn Kaiserslautern mit 220 bis 250 Kontaktaufnahmen pro Jahr im Vergleich mit anderen Orten?“ , wollte Stich wissen. „Hier liegen wir im Mittelfeld der Statistik!“ , entgegnete Herr Breiner.

Für die Jugendlichen die Kontakt aufnehmen mit SOS-Kinderdorf stehen unterschiedliche Häuser in Kaiserslautern zur Verfügung. „Wir haben auch zwei besonders geschulte Familien die sofort für eine Aufnahme zur Verfügung stehen, wobei wir uns hier bis zu vier Familien wünschen würden, da es meistens mehrere Wochen dauert bis die weitere Vorgehensweise geklärt ist“, sagte Michael Breiner und ergänzte: „In unserem Jugendhaus, mit zwei Wohnungen, haben in Summe 18 Jugendliche die Möglichkeit untergebracht zu werden. Wünschenswert wären natürlich mehr Plätze ist aber derzeit nicht realisierbar.“ Rund um die Uhr im Schichtdienst sind die Mitarbeiter für die Jugendlichen da.

Sabine Bätzing-Lichtenthäler und auch Daniel Stich erläuterten, dass der Fall Jeremias Thiel mit ein Grund dieses Besuches sei.

Anmerkung Stadtecho: Jeremias verließ im Alter von elf Jahren auf eigenen Wunsch seine Familie und suchte Hilfe beim SOS-Familienhilfezentrum. Armut und sozial prekäre Verhältnisse waren der Alltag von ihm. Mittlerweile macht er am United World College in Freiburg das internationale Abitur.

„Kommt das oft vor dass Jugendliche ihr Elternhaus auf eigenen Wunsch verlassen, Hilfe bei SOS suchen und nicht mehr zurück wollen?“ , war dann auch die Frage von Daniel Stich. „Fälle wie bei Jeremias sind eher selten. Meistens ist es eine Obhutnahme die nicht länger dauert da wir in vielen Gesprächen es immer wieder schaffen, dass die Kinder zu ihren Eltern zurück möchten. Es ist immer noch eine familiäre Bindung da.“ , berichtet Michael Breiner.

Weitere Einrichtungen Laube Lautrer betreute Einrichtung, Ella Elternladen des SOS -Familienzentrums und der Spieletreff Asternweg stehen für Hilfebdürftige und vernachlässigte Kinder, Jugendlichen und auch Frauen, zur Verfügung.

Ella ist Teil des Bündnisses „Frühe Hilfen“. Besonders gilt hier die Begleitung von Familien in der Schwangerschaft und in besonderen Situationen über die drei ersten Lebensjahre des Kindes. Hebammensprechstunde, Familienhebamme, Stillcafé, also ein offener Treff für Mutter-Vater-Kind, jugendliche Schwangere und Teenager-Mütter.

Frau Bätzing-Lichtenthäler fragte dann auch nach ob genügend Ehrenamtliche zur Verfügung stehen sowie die Bereitschaft den Elternladen mit Materialien auszustatten? „Wir sind hier sehr gut aufgestellt und können die Einsätze gut koordinieren. Dinge die in den ersten drei Jahren benötigt werden wie Kinderwagen, Kinderbettchen usw., stehen auch zur Verfügung.“ , sagte Herr Breiner.

Daniel Stich: „Ich bin hier aufgewachsen, habe in Sozialeinrichtungen gearbeitet aber die damalige Reportage über die Armut, vernachlässigten Kindern und Jugendlichen sowie die allein erziehenden Mütter mit teilweise mehr als drei Kindern, hat mich sehr berührt.“

„Es wäre ja auch geholfen wenn Familien aus dem Umfeld der sozialen Brennpunkten bei täglichen Aufgaben, Besuch von Ämtern, Hilfe bei Anträgen und auch bei Begleitung in die Stadtmitte unterstützt werden könnten. Ist das denn möglich bei SOS?“ , fragte Frau Bätzing-Lichtenthäler. Herr Breiner und auch Frau Quartier sagten dass hier schon einiges getan wird. So genannte Kümmerer vor Ort sind auch im Raum Kusel und Kirchheimbolanden geplant mit Außensprechstunde. Es gibt kein anderer Träger der diese Hilfe anbietet.

Viele Fragen wurden noch gestellt und heiß diskutiert. Alle Beteiligten Vereine und Institutionen an diesem Besuch des SPD-Landesverbandes, Daniel Stich und Sabine Bätzing-Lichtenthäler, freuten sich dass hier noch ein großes Interesse besteht die Armut, sexuelle Übergriffe gegenüber Kindern und Jugendlichen sowie Misshandlungen zu bekämpfen. Die Einrichtungen in Kaiserslautern sind ein Beispiel dafür, dass dies auch möglich ist!

Dieses Thema könnte Bücher füllen, hier war nur ein Bruchteil davon erwähnt was alles erreicht werden könnte, würden auch andere Verbände sich der Sache annehmen.

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