Rolling Devils feiern Meisterschaft

„2. Liga finanziell nicht machbar“

Rolling Devils feiern Meisterschaft

Am Samstag ging die erfolgreiche Saison der FCK Rolling Devils mit dem Erringen der Meisterschaft in der Regionalliga Mitte zu Ende. Im letzten Spiel vor eigenem Publikum besiegte man den Tabellen dritten RSV Lahn Dill 2 mit 64:46.

Die ersatzgeschwächte Mannschaft vom RSV hatte schon nach dem ersten Viertel, dass ziemlich zäh begann, einen Rückstand von 8:20 zu verzeichnen. Die Devils ließen nicht locker und in der Halbzeit stand es verdient 40:21. Die mittlerweile ca. 100 anwesenden Zuschauer peitschten den Meister weiter nach vorne und bejubelten jeden erfolgreichen Spielzug.

Mit Trommeln und Gesängen würdigten sie eine erfolgreich spielende Lautrer Mannschaft. Obwohl Lahn Dill immer wieder durch die stark aufspielenden Gail und Paar, die Top Scorer der Regionalliga Mitte, verkürzen konnte, gelang es den Devils aber die Distanz zu halten und am Ende als Sieger mit 64:46 den Hallenboden zu verlassen.

Es spielten: Heiko Lips 18 Punkte, Sascha Gergele 12, Robin Kaltenbach 10, Tobias Noll 10, Jürgen Gessler 6, Lisa Busser 6, Yuki Ito 2, Christian Kiefer, Baram Müller und Alexandra Strack.

Mit dem Spielende begannen auch die Feierlichkeiten zur Meisterschaft. „Meisterschaft 2019“ aufgedruckt auf den T-Shirts die vom Trainer der Devils, Robin Kaltenbach, mit einem kleinen Kommentar über jeden Spieler verteilt wurden. Sascha Gergele bedankte sich ebenfalls für die Unterstützung durch die Sponsoren und vielen Helfern mit einem Meistershirt.

Im Anschluss fand auch gleich das Meisterschaftsspiel RSV Lahn Dill 2 gegen die Karlsruher Hot Wheelers statt. Endstand dieser Partie 63:38 für das Team aus Karlsruhe. Da wieder mal die Mannschaft aus Wildungen abgesagt hatte (das dritte mal in Folge) standen die Karlsruher bereit für ein Freundschaftsspiel gegen die Devils. Robin Kaltenbach konnte in diesem Spiel die Spieler mit wenigen Spielminuten noch einmal auf rollen lassen. Souverän ging auch hier der Sieg an die Lautrer Mannschaft. Mit 52:40 waren die Youngsters der Devils gegen die Hot Wheelers erfolgreich.

Nach den Spielen hat sich das Stadtecho mit dem Trainer Robin Kaltenbach sowie dem 1. Vorsitzenden der Rolling Devils Sascha Gergele unterhalten.

Robin, das erste Jahr als Trainer und gleich die Meisterschaft gefeiert, herzlichen Glückwunsch, wie fühlt man sich? R. Kaltenbach: Danke, ich bin überglücklich dies erreicht zu haben mit einer tollen Mannschaft. Es war in dieser Saison nicht immer leicht. Im Training stehen manchmal nur sehr wenige Spieler zur Verfügung um sich entsprechend auf die Spiele vorbereiten zu können. Weite Anfahrtswege, berufsbedingte Absagen, schlechte Witterung sowie Verletzungen sorgten in dieser Spielzeit für diese Ausfälle. Aber gerade aus diesem Grund bin ich richtig stolz auf das Team die Meisterschaft erzielt zu haben.

Die Meisterschaft bedeutet ja den Aufstieg in die 2. Liga, ist das auch Dein Ziel als Trainer? R. Kaltenbach: Sicher sind wir berechtigt mit der Meisterschaft in die 2. Liga auf zu steigen. Für mich als jungen Trainer wäre dies eine enorme Herausforderung. Ob es machbar ist müssen wir in den nächsten Wochen besprechen und auch entscheiden. Meine Tendenz, lieber noch die junge Mannschaft und ich auch als Trainer entwickeln lassen um mit einem stabilen Gerüst dieses Ziel in zwei bis drei Jahren angehen zu können.

Was waren die Highlights in dieser Saison für dich? R. Kaltenbach: Im Kopf ist immer noch der herausragende Sieg gegen das Top Team Rhine River Rhinos Wiesbaden 2. In diesem Heimspiel stand die Halle Kopf und wir besiegten das Team mit 52:42! Dann natürlich die Spiele die Lisa Busser in letzter Sekunde mit ihren Treffern für uns entschieden hat.

Bleibt das Team zusammen? R. Kaltenbach: Bisher hat sich noch niemand dazu geäußert das Team zu verlassen. Sicher werden die älteren Spieler nicht mehr mit dem Elan zur Sache gehen können wie das die Jungen vorhaben. Ich könnte mir vorstellen dass der Eine oder Anderen nur noch Standby dabei bleibt. Was aber enorm wichtig wäre für unsere Mannschaft.

Sascha Gergele, herzlichen Glückwunsch zum Meister, wie beurteilst Du die Meisterschaft als Spieler und auch als 1. Vorsitzender der Rolling Devils? S. Gergele: Danke, als Spieler bin ich total happy dies noch einmal auf meine alten Tage erreicht zu haben. Ich spiele schon lange Basketball dies ist mit einer meiner schönsten Momente. Dieses Team hat es verdient! Nur durch unseren Teamgeist und das Engagement des Trainers konnten wir dies erreichen. Mitte der Saison habe ich schon einen kleinen Gedanken an dieses Ziel verschwendet. Optimismus sollte ja immer dabei sein! Als Vorsitzender bin ich natürlich auch glücklich über die Meisterschaft. Wir müssen und werden auch innerhalb im Verein einiges ändern damit dieser Erfolg keine Eintagsfliege war.

Ist ein Aufstieg in die nächst höhere Klasse jetzt ein Thema? S. Gergele: Wir werden uns zusammen setzen und dies diskutieren. Ich kann aber jetzt schon sagen dass zum jetzigen Zeitpunkt eine 2. Liga nicht zu finanzieren ist! Man rechnet mit einem Budget von 75.000 Euro die benötigt werden diese Klasse zu stemmen. Hier gibt es keine Sammelspieltage mehr man würde wegen einem Spiel nach Salzburg, Tirol, Ulm oder Tübingen reisen müssen. Stellenweise sind hier Übernachtungen notwendig. Des Weiteren ist auch ein größerer Spielerkader wichtig um Ausfälle kompensieren zu können. Viele Dinge die derzeit unklar sind.

Wie beschreibst Du die derzeitige Außendarstellung des Vereins, wie ist die Teamplanung und was sind deine persönlichen Ziele? S. Gergele: Wir sind immer bemüht auf allen Kanälen Werbung zu betreiben sei es für neue Spieler zu gewinnen oder auch die Halle bei Heimspielen zu füllen. Dank der neuen Sponsoren und auch Mitgliedern sehe ich uns auf einem guten Weg in den nächsten Jahren dies zu erreichen. Natürlich beginnt sofort wieder die Planung für die neue Saison, sei es in der 2. Liga oder auch in der Regionalliga. Es ist immer schwer jemanden für den Rollstuhl Sport zu begeistern. Viele wissen gar nicht dass auch sogenannte Fußgänger daran teil nehmen können. Es gibt bestimmt begeisterte Basketballspieler die aus gesundheitlichen Gründen ihren Sport nicht mehr ausüben dürfen aber durch die Hilfe eines Rollstuhles weiter sportlich aktiv dabei sein können. Hier müssen wir mehr Werbung machen. Zum meiner Person kann ich nur sagen, dass ich kürzer treten werde. Dies aber nur auf dem Spielfeld. Wenn man nach jedem Spieltag fast eine Woche benötigt um zu regenerieren dann geht es schon an die Substanz.

Vielen Dank für die offenen Worte Robin Kaltenbach und Sascha Gergele. Weiterhin sportlichen Erfolg wünscht das Stadtecho und wir werden Euch auch weiterhin begleiten.

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