Markt der digitalen Möglichkeiten von KL.digital

Eintauchen in eine neue Welt

Markt der digitalen Möglichkeiten von KL.digital

Zum ersten Mal fand am Dienstag der Markt der digitalen Möglichkeiten der KL.digital GmbH statt. In der Alten Eintracht und der Kleinen Kirche in der Unionsstraße konnten Interessierte unterschiedlichste Formen der Digitalisierung hautnah erleben und sich über aktuelle Projekte informieren. Ziel war es zu zeigen, „was im Bereich Digitalisierung alles möglich ist“, so Dr. Martin Verlage, Geschäftsführer der KL.digital GmbH. Von vielem, was hier am Dienstag vorgestellt wurde, hat man schon einmal gehört aber kann sich vielleicht nicht so recht vorstellen, wie das konkret aussieht, um-und eingesetzt wird. „Dieses Anpacken und Anfühlen wollen wir vermitteln“, so Verlage weiter und das ist auch gelungen. Unter anderem gab es einen 3D Simulator, mit dem man in Bauchlage und mit Virtual Reality Brille, wie ein Vogel über eine Berglandschaft fliegen konnte.

Die Stadt Kaiserslautern hat das virtuelle Rathaus vorgestellt. Bis zum Jahr 2022 müssen gemäß dem „Online Zugangsgesetz“ alle Verwaltungsleistungen online zur Verfügung stehen. Aktuell sind bereits 50 Leistungen auf der Homepage der Stadt Kaiserslautern verfügbar, unter anderem seit kurzem die Neuzulassung von Fahrzeugen oder das Kita-Portal. Michael Simonis von der Stadtverwaltung schilderte, dass noch eine „Mammutsaufgabe“ bevorsteht, bis alle 575 Leistungen umgesetzt wurden. Das muss aber nicht alleine von den Kommunen bewältigt werden, sondern einen Teil übernehmen auch Bund und Länder. Jedoch sind es rund 75 Prozent die bundesweit von den Kommunen umgesetzt werden. Die Online Dienstleistungen bringen laut Simonis zahlreiche Vorteile mit sich. Unter anderem wird der Weg und die Wartezeit eingespart.

Ein Lasercutter des Fraunhofer Instituts war ebenfalls vor Ort. „Mr. Beam“ kann kleinste Formen passgenau und detailgetreu zuschneiden, gravieren und das aus unterschiedlichsten Stoffen und sogar aus Holz.

Die Offene Digitalisierungsallianz arbeitet im Bereich Bildung mit dem DISC der Technischen Universität Kaiserslautern und dem DFKI zusammen. Im JQLLab, einem digitalen Lernlabor, wird daran geforscht, wie der Lernprozess zukünftig erleichtert werden kann. Dort gibt es beispielsweise Augmented Reality Brillen und Apps, die etwas ins Sichtfeld einblenden, was eigentlich gar nicht da ist z.B. Zeitzeugen im Geschichtsunterricht.

Außerdem gibt es ein antizipierendes Buch, was automatisch Hilfen einblendet, wenn der Leser länger auf eine Stelle schaut. Das erforscht ein sogenannter Eyetracker, der am Monitor eines Rechners angebracht ist. Mobiler geht das mit der J!NS Meme Brille aus Japan, die die Augenbewegungen feststellt. Sie gibt am Abend dann beispielsweise Rückmeldung darüber, dass man heute noch nichts gelesen hat und das Nachholen sollte. Ähnlich funktioniert ein mit Drucksensoren ausgestatteter Stuhl, der merkt, wenn der Lernende unruhig wird und besser eine Pause einlegen sollte. Genauso meldet er sich, wenn etwas Bewegung nötig ist, weil man zu lange gesessen hat. Dieses Prinzip wird nicht nur fürs Lernen sondern auch für Autos erforscht. Mit Hilfe von Infrarotkameras kann außerdem festgestellt werden, wenn die Nasentemperatur sinkt und die Stirntemperatur steigt. Das ist nämlich bei Anspannung der Fall und gibt Hinweise darauf, dass Lernen momentan nicht mehr optimal stattfinden kann oder eine Aufgabe möglicherweise zu schwer ist. Mit Hilfe von Apps können Lehrkräfte außerdem ganze Flusslandschaften auf eine Fläche projizieren und ihr Klassenzimmer zum digitalen Klassenzimmer machen. Dazu werden im DFKI auch Fortbildungen angeboten. Claudia Schumacher vom DISC der TU Kaiserslautern hatte außerdem noch mehrere Nintendo Switchs mitgebracht. Mit der Spielekonsole können Pappgegenstände zum Leben erweckt werden. Ein Pappklavier kann dann betätigt werden und löst Töne im Nintendo Switch aus.

Das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Kaiserslautern hatte den Schulungsdemonstrator PAUL mit dabei. Sie unterstützen Unternehmen im digitalen Bereich und beraten diese bei Problemen. PAUL steht für „Produktion und Automatisierung erleben“ und dient als Demonstrationsanlage. Ähnlich wie das Ziel des Markts für digitale Möglichkeiten zeigt auch PAUL, welche Chancen die Digitalisierung für den Mittelstand bietet.

Die Mitwirkung der Bürger war ebenfalls gefragt. „Der Dritte Ort“ ist ein neues Projekt in der herzlich digitalen Stadt und beginnt im kommenden Jahr. Ziel ist es, einen öffentlichen Platz im Stadtzentrum nach den Bedürfnissen der Bewohner zu gestalten. Er soll eine große Vielfalt ermöglichen und für viele Gruppen nutzbar sein. Da ist Kreativität gefragt. Wo könnte dieser Platz sein und wie soll er ausgestattet werden?

Es sind aufregende Zeiten und es wird sich sicher noch einiges tun. Da ist es wichtig, am Ball zu bleiben, sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen und getreu dem Motto „Lebenslanges Lernen“ ständig dazuzulernen.

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