Jahreshauptversammlung beim 1. FC Kaiserslautern

„Nur gemeinsam können wir an den schwierigen Aufgaben arbeiten“

Jahreshauptversammlung beim 1. FC Kaiserslautern

Viel wurde im Vorfeld schon geschrieben und auch gleich nach der Versammlung in allen Medien gestreut. Wie geht es weiter beim 1. FCK?

Der Aufsichtsratvorsitzende Patrick Banf eröffnete mit einer kleinen Verspätung am Sonntag die Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern in der Fan Halle Nord. Durch die Witterung bedingt waren zu Beginn 459 stimmberechtigte Mitglieder anwesend, die Zahl erhöhte sich aber im Laufe der Versammlung auf 509 Mitglieder die ihre Stimme abgeben konnten.

Banf erläuterte zuerst die Regularen für die Versammlung ehe dann den Toden gedenkt sowie auf die schon in einer Feierstunde erteilten Ehrungen eingegangen wurde.

Nun ging es mit dem Bericht des Aufsichtsrates weiter. Banf ging noch einmal rückblickend auf das turbulente Jahr ein. Neuer Sportvorstand, krankheitsbedingter Trainerwechsel, Lizenz 3. Liga, Abstieg sowie auch die Ausgliederung waren im Jahr 2018 spannende Themen die bewältigt werden mussten. Der Abstieg bedeutete einen Umsatzrückgang von 36 Mio auf 16 Mio. Man spricht von einer fehlenden Liquidität von 5 Mio. Fernsehgelder sind nur noch knapp mit einer Million beziffert. Eine Fan Anleihe wird im August 2019 fällig also hier auch noch einen Betrag von 6,7 Millionen die aufgebracht werden müssen. Wie soll das alles finanziert werden? Waren es denn wirklich Neuigkeiten die verkündet wurden? Ohne der Fan Anleihe ist der FCK um 2 Millionen besser gestellt als im vergangenen Jahr.

Nach dem Abstieg musste eine neue Mannschaft zusammen gestellt werden die man sich in der 3. Liga finanziell erlauben kann und das Ziel den direkten Wiederaufstieg ins Auge fasste. Der Zuschauerschnitt ist außergewöhnlich für Liga drei. Hier liegt der 1. FCK mit einem Schnitt von 23.300 an der Spitze der Liga und auch über dem geplanten Ziel.

Michael Klatt, kaufmännischer Geschäftsführer der 1. FCK GmbH & Co. KGaA, eröffnete den Finanzbericht des Vorstandes da er ja bis September als Vorsitzender des e. V. die Geschäfte geleitet hatte. Klatt dankte als erstes den Sponsoren „Layenberger und „Buchholz Fachinformationsdienst“ für die Treue zum 1. FC Kaiserslautern in der schwierigen Situation. Das Entgegenkommen der Stadt Kaiserslautern im Bezug auf das Stadion, die Mitglieder die weiterhin dem Verein erhalten bleiben, den ehrenamtlichen Helfern ohne die der alltägliche Trainings- und Spielbetrieb, sei es bei den Profis oder im Nachwuchsleistungszentrum, nicht möglich wäre und natürlich den Mitarbeitern die durch die Reduzierung beim Personal in der Verwaltung einen hervorragenden Job machen.

1,5 Millionen Euro sparte der FCK gegenüber dem Jahr 2015/2016 an Personalkosten jährlich ein. Dazu noch Sachkosten in der Verwaltung von jährlich 300.000€. Hier ist aber das Ende noch nicht erreicht, erläuterte Klatt. Das Stadion bedarf auch an vielen Stellen einer Renovierung was durch den entstandenen Wasserschaden, durch das Unwetter im Sommer, nicht einfacher wird. Positive Entwicklungen hat es im vergangenen Jahr ja auch gegeben die leider in der schwierigen Situation untergegangen sind. Eine neue Homepage wurde installiert, das Zugangssystem erneuert und vereinfacht, die Betze Card wird ohne einen anderen Anbieter in eigener Regie verwaltet, also Dinge die einen Aufenthalt im Stadion angenehmer machen für den Besucher.

Michael Klatt appeliert an die Versammlung Ruhe zu bewahren, nur gemeinsam können wir an den schwierigen Aufgaben arbeiten.

Nun folgte der Bericht des Sportvorstandes Martin Bader. Bei seinem Amtsantritt wusste Bader schon um die Schwierigkeiten und der finanziellen Situation um den 1. FC Kaiserslautern. Trotz dieser Lage entschied er sich für den FCK um den Verein wieder in das sportliche Fahrwasser zu bringen wo auch der 1. FC Kaiserslautern hin gehört! Die Unzufriedenheit mit der derzeit sportlichen Situation lässt auch dem Sportvorstand einige schlaflose Nächte verbringen. Der dritte Trainer in seiner Amtszeit, 18 neue Spieler und der Druck von Außen muss bewältigt und verarbeitet werden. Mit dem neuen Trainer Sascha Hildmann, ist Bader überzeugt, wird die Mannschaft eine starke Rückrunde spielen. Auch wenn in der Offensive ohne den lange Zeit verletzten Lukas Spalvis die Durchschlagsfähigkeit fehlt, ist er optimistisch.

Als Überraschung verkündete Bader dass fünf U19 Spieler mit Profiverträgen ab der Saison 2019/2020 ausgestattet wurden. (das Stadtecho berichtete in einem gesonderten Beitrag)

Ein Raunen ging durch die Menge als Rainer Keßler ans Mikrofon trat und von seiner Absicht eines Rücktrittes berichtete. Unstimmigkeiten und fehlende Transparenz in Bezug auf laufende Sponsorensuche nannte er als Grund dafür. Er machte dem Aufsichtsratvorsitzenden Banf aber ein Weihnachtsgeschenk und machte einen Rücktritt vom Rücktritt. Der Vorstandsvorsitzende teilte der Versammlung mit, dass Michael Littig ab sofort wieder sein Mandat im Aufsichtsrat übernehmen wird und als Stellvertreter dem Verein nicht mehr zur Verfügung steht. Keßler betonte dass die Mitglieder das höchste Gut des Vereins sind. In allen Abteilungen wird eine hervorragende Arbeit geleistet. Im unteren Jugendbereich des NLZ ist es auch wichtig mit richtigem Personal zu entwickeln um die Zukunft des 1. FC Kaiserslautern zu sichern.

Die Mitgliederversammlung entlastete nach der Aussprache den Vorstand mit 81,7% der abgegebenen Stimmen sowie den Aufsichtsrat mit 78,2%.

Geplante Satzungsänderungen wurden auf Antrag des Vereinsrates nach einer Diskussion und Abstimmung der Versammlung vertagt!

Auch das Stadtecho hat Angst um den 1. FC Kaiserslautern und bittet daher alle den Verein zu unterstützen und positiv zu denken. Für Missgunst, Zwietracht und Panikmache ist derzeit kein Platz.

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