Antje Lezius informiert sich im Klinikum Idar-Oberstein zum Thema Organspende

Bereits seit mehreren Jahren gibt es in Deutschland eine öffentliche Debatte zum Thema Organspende.

Antje Lezius informiert sich im Klinikum Idar-Oberstein zum Thema Organspende

Aufgrund des großen Bedarfs an Spenderorganen und einer seit Jahren sinkenden Zahl von Organspendern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine sogenannte Widerspruchslösung vorgeschlagen, um die Zahl der Organspender langfristig zu erhöhen. Hiernach dürfen Organe entnommen werden, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten der Entnahme nicht ausdrücklich widersprochen hat. Diese Regelung soll die bisherige Zustimmungslösung ablösen. Diese besagt, dass Organe nur entnommen werden können, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt hat. Falls keine Dokumentation vorliegt, werden die nächsten Angehörigen und Bevollmächtigten gebeten, im Sinne des Verstorbenen zu entscheiden.

Erst vorige Woche fand im Deutschen Bundestag eine Expertenrunde zum Thema Organspende statt, an der Ärzte, Interessensgruppen und weitere Experten teilnahmen. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Lezius informierte sich daher im Klinikum Idar-Oberstein bei einem Fachgespräch mit dem Verwaltungsdirektor, Hendrik Weinz, der Ärztlichen Direktorin, Professor Dr. Ulrike Zwergel, dem Leitenden Oberarzt der Anästhesie, Juergen Schott und der Transplantationsbeauftragten Ärztin des Klinikums, Doris Schott, über die Möglichkeiten zur Steigerung der Organspendebereitschaft, über den Ablauf einer Organspende und die bisherigen Erfahrungen.

Professor Dr. Zwergel berichtete über eigene Erfahrungen, die sie als Urologische Transplantationschirurgin am Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, machen konnte und betonte, wie anspruchsvoll sowohl Organentnahmen als auch -einpflanzungen sind. „Verbesserte organisatorische und finanzielle Voraussetzungen, speziell für die Transplantationsbeauftragten Ärzte, aber auch für die Kollegen, die den Hirntod bestätigen und für die chirurgisch tätigen Ärzte sind notwendig“, erklärte Zwergel. Leider haben in der Vergangenheit Skandale das Vertrauen der Bevölkerung in die Transplantationsmedizin schwer erschüttert. Die Bereitschaft zur Organspende ging dadurch in den vergangenen Jahren erheblich zurück. Leidtragende sind in erster Linie die schwer kranken Patienten, die auf ein Organ warten.

Verwaltungsdirektor Weinz berichtete darüber, dass im Falle einer Organentnahme Ärzteteams, die auf die Organentnahme spezialisiert sind (sogenannte „Explantationsteams“), ins Klinikum anreisen und gemeinsam mit der Transplantationsbeauftragten Ärztin, Doris Schott, der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sowie den intensivmedizinischen Abteilungen und dem OP die Organentnahme und den späteren Organtransport organisieren bzw. durchführen. Jürgen und Doris Schott unterstützen nebst einem informellen Konzept die von Bundesminister Spahn geplante Widerspruchslösung, weil sie sich erhoffen, dass damit die Zahl an Spenderorganen gesteigert werden könne. Wie dringend solche Organe benötigt werden, haben sie selbst erfahren, da ihre Tochter auf ein Spenderorgan angewiesen war. „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie froh man als Eltern darüber ist, wenn es heißt, wir haben ein Spenderorgan für ihre Tochter“, berichteten sie.

Tief beeindruckt zeigte sich die heimische Bundestagsabgeordnete, die schon seit Wochen über ihr zukünftiges Abstimmungsverhalten in dieser Sache nachdenkt. „Es ist ein schwieriges Thema, über das man ungerne spricht. Meine Gesprächspartner im Klinikum Idar-Oberstein konnten mir aber die Sorge nehmen, dass lebenswichtige Geräte einfach so abgestellt und Organe ohne Weiteres entnommen werden können“, so Lezius. Klar und deutlich wurde ihr, dass der Tod des Organspenders immer nach strengen Regeln, die dem Erkenntnisstand der aktuellen medizinischen Wissenschaft entsprechen, festgestellt wird. Sie spricht sich indes für eine Zustimmungslösung aus: „Jeder sollte sich einmal in seinem Leben mit dem Thema Organspende beschäftigen und beispielsweise von seinem Hausarzt über den Ablauf und Voraussetzungen einer Organspende informiert werden. Ich will mich dafür einsetzen, dass man das Gefühl vermittelt, mit einer Organspende etwas Gutes zu tun, denn man kann damit auch nach seinem Tod Leben retten“, erklärt Lezius. Gemeinsam mit dem Klinikum Idar-Oberstein will sie den parlamentarischen Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Dr. Thomas Gebhardt, einladen, um öffentlich über die Organspende zu diskutieren und zu informieren.

Im Fazit lässt sich festhalten: Organspende geht jeden etwas an. Das Überleben von schwer kranken Patienten, die auf ein Organ warten, und besonders deren Lebensqualität hängen von der Bereitschaft der Bevölkerung zur Organspende ab.

Büro Antje Lezius MdB, CDU

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