Parlamentarischer Abend in Mainz

Die Wissenschaft in Rheinland-Pfalz soll nachhaltiger werden, beim parlamentarischen Abend in Mainz wurden konkrete Forderungen gestellt.

Parlamentarischer Abend in Mainz

Das Landesmuseum in Mainz, provisorischer Sitz des rheinland-pfälzischen Landtages war ausgebucht. RENN.west, vertreten durch das Entwicklungspolitische Landesnetzwerk ELAN, die Energieagentur des Landes und den Umwelt-Campus Birkenfeld, hatte zu einem Parlamentarischen Abend eingeladen, um über die Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung im Land zu debattieren.

Nach Begrüßungen durch den Landtagspräsidenten Henrik Hering und die Ministerpräsidentin Malu Dreyer führte die Vorsitzende des Rates für Nachhaltigkeit Marlen Thieme in die Thematik ein. Sie betonte dabei die herausragende Rolle der Bundesländer bei der Erfüllung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in und für Deutschland. Die Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes, die aktuell läuft, böte hierfür beste Voraussetzungen. Bürgerinnen und Bürger können sich über die Plattform www.rlp2030.de daran beteiligen. Sie schlug in ihrer Rede auch ein Verfassungsziel „Nachhaltigkeit“ für Rheinland-Pfalz vor, ähnlich dem vor kurzem per Volksentscheid positiv beschiedenen im Nachbarland Hessen.

Prof. Klaus Helling, Dekan am Umwelt-Campus Birkenfeld, beleuchtete die Rolle der Wissenschaft in Rheinland-Pfalz. Diese widmet sich seiner Ansicht nach zu wenig den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030, obwohl sie eine verantwortungsvolle Rolle einnehmen müsste. Auf globaler Ebene vernetzt sich die Wissenschaft in Sachen Nachhaltigkeit immer stärker, was für Rheinland-Pfalz ein Vorbild sein sollte. Die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten sollte für Hochschulen landesweit verpflichtend werden, um eine Vorreiterrolle bei diesem Thema einzunehmen. Das Land könnte die Novellierung des Hochschulgesetzes nutzen, um alle Hochschulen zur Integration von Nachhaltigkeit in die Hochschulentwicklungspläne zu verpflichten.

Weiterhin schlug er vor, einen Teil der Hochschulpaktmittel zur Förderung von Nachhaltigkeit an den rheinland-pfälzischen Hochschulen zu verwenden, verbunden mit der Finanzierung eines Nachhaltigkeitsbeauftragten an jeder Hochschule in Rheinland-Pfalz. So könnte man auch bundesweit Maßstäbe setzen. Im abschließenden Get-together wurden diese Forderungen aus Birkenfeld sehr positiv diskutiert.

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