SSVGH Volleyball: Trotz schwankender Leistung maximale Punktausbeute

Nach zwei 3:1-Siegen gegen den TV Gau-Algesheim und die SG Kaiserslautern/Enkenbach II bleiben die Volleyballer des Schulsportvereins am Heinzenwies-Gymnasium (SSVGH) in der Verbandsliga auch nach dem vierten Spieltag Tabellenführer.

SSVGH Volleyball: Trotz schwankender Leistung maximale Punktausbeute

Allerdings machte es die Heimmannschaft den Zuschauern in der guten besuchten Schulturnhalle in beiden Partien nicht einfach, sondern nahm sie ein ums andere Mal mit in ein Wellenbad der Gefühle, dann nämlich, wenn komfortable Führungen stetig dahin schmolzen, wenn Sätze, die eigentlich eingetütet schienen wieder spannend wurden und ein Gegner, der vermeintlich am Boden lag, wieder ins Spiel zurückgeholt wurde.

„Ich habe ja schon des Öfteren darauf hingewiesen, dass diese Verbandsliga extrem ausgeglichen ist. Da gibt es keine Laufkundschaft und man darf sich gegen keinen Gegner zu keinem Zeitpunkt eine gedankliche Auszeit nehmen und meinen, es gehe auch mit zehn Prozent weniger. Das hat dieser Spieltag wieder eindrucksvoll bewiesen“, erklärte SSVGH-Trainer Manuel Scherer die Amplituden in den Spielverläufen.

In der ersten Partie des Vormittags gegen den TV Gau-Algesheim startete die erste Sechs mit Sebastian Scherer (Zuspiel), Maximilian Gebert und Steven Popp (Mitte), Patrick Kirstein (Diagonal), Lewan Jishkariani und Maurice Machwirth (beide Außen) furios. Nach einer schnellen 9:2-Führung ging der erste Durchgang mit variablem Angriffsspiel und niedriger Fehlerquote locker mit 25:14 an die Schmuckstädter und die Zuschauer schwammen mit dem Team auf der Welle nach oben. Der Coach sah dann auch in der Stimmung in der Halle einen Erfolgsbaustein: „Die Atmosphäre mit unseren DJ-Beats und den mitgehenden Zuschauern trägt sicher ein wenig zur Verunsicherung beim Gegner bei. Die haben wir gut ausgenutzt.“

Zwar verschliefen die Heinzenwiesler den Beginn des spieltaktisch wichtigen zweiten Satzes, sie bekamen die Sache aber nach und nach wieder in den Griff und gingen nach einem 25:23 völlig verdient mit 2:0-Sätzen in Führung. Mit viel Selbstvertrauen und der Gewissheit bereits einen Punkt auf dem Konto zu haben, schipperte das Heinzenwies-Boot samt Anhang bei einer komfortablen 16:9-Führung in Satz Drei auf den Wellenbogen zu und kaum jemand in der Halle hatte den Eindruck, dass einem Maximalerfolg etwas im Wege stehen könnte, zu souverän war die Vorstellung bis hier hin. Ganz langsam aber machte sich der Schlendrian im SSVGH-Spiel breit: Hier fiel ein Ball auf den Boden und ein Aufschlag landete im Aus, dort war die Annahme unsauber, das Zuspiel ungenau und der Angriffsschlag zu drucklos, und schon kippte der Satz. Über 18:18 und 20:22 ging er dann mit 22:25 an die Gäste und stürzte den Schulsportverein zurück ins Wellental. So wie ein Wendemanöver auf dem Wasser mühsam und zeitaufwändig ist, so benötigte auch der SSVGH einige Ballpunkte, um dem Abwärtsstrudel im vierten Satz zu entkommen. Erst bei einem Spielstand von 2:6 besann sich die Scherer-Truppe wieder auf ihre Qualitäten, drehte auf, setzte sich mit einigen sehr schönen Kombinationen und viel mehr Power im Angriff 17:12 ab und segelte souverän zu einem letztlich ungefährdeten 3:1-Sieg. „Das war sicherlich keine Volleyballfeinkost sondern eher harte Arbeit, aber mir hat gefallen wie meine Mannschaft nach dem Durchhänger im dritten Satz wieder ins Spiel gefunden hat“, konstatierte Scherer zufrieden.

Das Wellental im zweiten Match des Tages gegen die SG Kaiserslautern/Enkenbach II, das insgesamt deutlich attraktiver war, kam für Zuschauer und Team bereits im zweiten Satz. Manuel Scherer hatte seine Startsechs zunächst leicht verändert: Christian Lehnen, wie Sebastian Scherer und Patrick Kirstein selber schon für den Gegner aktiv am Ball, ersetzte gegen seine alten Spezis Maurice Machwirth im Außenangriff. Der erste Satz war eine durchweg vom SSVGH beherrschte Angelegenheit. Über 7:5, 14:8 und 22:18 brachte er ihn schließlich locker mit 25:20 nach Hause. Und nach drei tollen Punkten von Maximilian Gebert (Schnellangriff durch die Mitte, Block) und Patrick Kirstein (Block) baute sich bereits die nächste Erfolgswelle auf. Die SG ließ sich allerdings nicht abschütteln und hielt, begünstigt durch unkonzentrierter werdende Gastgeber und einige unglückliche Schiedsrichterentscheidungen, den zweiten Satz permanent offen. Nach einem Monsterblock des eingewechselten Florian Lehnen zum 24:23 schien dennoch alles gut zu werden. Allerdings wehrten die Pfälzer den nachfolgenden Matchball durch einen Aufschlagfehler von Lewan Jishkariani ab und glichen wenig später zum 1:1 aus.

Genervt von privaten Scharmützeln mit dem Schiedsgericht und zudem von Rückenproblemen gehandicapt, überließ Sebastian Scherer im dritten Satz Arvid Kammann die Rolle des Zuspielers. Der Nachwuchsmann brauchte ein wenig Zeit, um in die Partie zu finden, schaffte es dann aber immer besser, die Angriffe für sein nun wieder stärker werdendes Team zu initiieren. So konnte das Wellental schnell wieder verlassen werden. Konstant in Führung liegend sicherte sich der SSVGH den zweiten Satz mit 25:19, um es im finalen Durchgang einmal mehr spannend zu machen. Eine 22:13-Führung schmolz auf 23:18 dahin und erst die Einwechslung von Routinier Mirko Hellwig brachte defensiv die notwendige Stabilität. So war es Patrick Kirstein, dem an diesem Tag konstantesten Akteurs, vorbehalten mit Kopf und viel Gefühl für den Matchball zu sorgen, den Christian Lehnen schließlich zum 25:19 verwandelte.

„Heimspieltag, 6 Punkte, Schwächeperioden überwunden – alles im Soll!“ fiel Manuel Scherers Analyse kurz und bündig aus, allerdings nicht, ohne sich mit einer klaren Ansage in die nun folgende vierwöchige Spielpause zu verabschieden. „Als Trainer ist es ja auch ganz schön, zu sehen, wo es noch hapert. Wir werden in den nächsten Wochen definitiv intensiv im Bereich Feldabwehr und Beinarbeit trainieren müssen“, kündigte Scherer schweißtreibende Einheiten an, um in Zukunft den Absturz in tiefe Wellentäler zu verhindern.

Florian Meigen

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