Milisenda konkretisiert: Kein blödes Gemeckere, sondern Impuls für die Region

In einem Bericht der Nahe-Zeitung stellte Stadträtin Eva Milisenda die ADAC Rallye auf der heimischen Panzerplatte in Frage - sie passe nicht zum Image des Nationalparklandkreises. Dafür erntete sie Kritik vom FDP-Kreisvorsitzenden Matthias Keidel.

Milisenda konkretisiert: Kein blödes Gemeckere, sondern Impuls für die Region

Keidel hatte es in einem Pressestatement nicht für möglich gehalten, dass eines der größten Events im Landkreis in Frage gestellt wird. Nun erklärt Eva Milisenda die polarisierende Aussage.

„Ja, ich möchte, dass unser Landkreis, der sich Nationalparklandkreis nennt, auch danach ausrichtet. Warum? Damit er den Menschen in der Region nutzt. Ich möchte, dass die Region mit anderen Events punktet. Für ein modernes Image. Mit anderen Zielgruppen. Natürlich möchte ich eben nicht, dass hier nichts mehr los ist. Sondern, dass hier auch in Zukunft ganz viel los ist.

Mein kritisches und bewusst polarisierendes Statement zur ADAC-Deutschland-Rallye legt hier den Finger in die Wunde: es ist bislang noch viel zu wenig getan worden, den Nationalpark vor unserer Tür seitens der Politik aktiv zu vermarkten und seinen Nutzen und die wirtschaftlichen Vorteile aufzuzeigen und umzusetzen. Meine Stellungnahme in der Nahezeitung soll kein blödes Gemeckere sein, sie soll ein Impuls sein. Ein Impuls für unsere Region. Ein Impuls für eine Debatte darüber, wie wir als Nationalparklandkreis Veranstaltungen hierher holen können, die zur Marke Nationalparklandkreis passen. Ein Impuls dafür, uns damit zukunftsorientiert aufzustellen. Ein Impuls dafür, sich ein Programm zu geben, an dem man sich dann stringent orientiert um der Region nachhaltige „Wieder-„ und „Alleinstellungsmerkmale“ zu verschaffen. Zum Beispiel birgt das Thema Bike-Tourismus und auch der geplante Bike-Park Idarkopf große Chancen, nicht zuletzt auch für Gastronomie und Hotellerie. Und das nicht nur einmal im Jahr. Ganz sicher gibt es noch weitere gute Ideen. Und ja, nicht zuletzt, ist mein Statement auch ein Impuls für das Nachhaltigkeitsbewusstsein.

Motorsport ist vieles, er macht Spaß, begeistert viele Menschen und ist spannend - aber dennoch: eines ist er nicht: nachhaltig. Mir persönlich ist übrigens die Antwort des Landrats à la „die Rallye gab es schon länger als die Klimaschutzdebatte und den Nationalpark“ dann doch zu platt. Wenn ich dann noch lese, dass der Birkenfelder Einzelhandel sich während der Rallye über den gesteigerten Absatz von Einweggrills freut, macht es das alles nicht besser.

Lieber Matthias Keidel: Von dem Vorwurf, ich würde ehrenamtliches Engagement von oben herab beurteilen, distanziere ich mich. Eine solche Haltung ist mir nämlich grundsätzlich fremd.“

Eva Milisenda, SPD, Stadträtin in Idar-Oberstein

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