Im Interview: Frank Frühauf zur Kommunalwahl

Frank Frühauf hat auf Kreisebene das stärkste Ergebnis aller Kandidaten eingefahren. Unser Reporter Max Storr hat ihn zu seiner Sicht auf den Wahlausgang befragt.

Im Interview: Frank Frühauf zur Kommunalwahl

Herr Frühauf, wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis Ihrer Partei auf Stadt- und auf Kreisebene?

Wir sind zwar stärkste Fraktion in der Stadt, haben aber einige Prozentpunkte verloren. Deshalb müssen wir gucken, wie wir die Wähler wieder stärker begeistern können und zum Beispiel auch mehr für das Klima tun. Ähnliches gilt auch für die Kreisebene.

Was kann man denn auf kommunaler Ebene für das Klima tun?

Wir wollen zum Beispiel gucken, dass wir die Verkehrsinseln besser nutzen und dort Blumenbeete pflanzen. Außerdem haben wir einen Klimaschutzmanager in der Stadt angestellt, der schaut, wie wir als Stadt noch klimafreundlicher werden können und dabei auch den Austausch mit den Unternehmen sucht. Außerdem hat sich die Stadt mehrere Elektroautos zugelegt, aber das ist erst der Anfang einer Entwicklung.

Kommen wir zur Wahl zurück: Sie haben auf Kreisebene das beste Ergebnis eingefahren. Hat Sie das überrascht?

Ja, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Natürlich wollte ich ein gutes Ergebnis erzielen, aber dieses Resultat hat meine Erwartungen übertroffen. Mein Dank gilt auch allen Bürgerinnen und Bürgern für das ausgesprochene Vertrauen.

Was hat sie besonders negativ überrascht?

Ich bin tatsächlich etwas geschockt und traurig, dass unser Kreisvorsitzender Christian Wilhelm den Einzug in den Kreistag verpasst hat. Er hat in seiner Funktion gute Arbeit geleistet und war mit Listenplatz 3 in aussichtsreicher Position. Woran das im Endeffekt, gelegen hat, kann man so kurz nach der Wahl natürlich noch nicht sagen.

Eva Milisenda, stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende, kritisierte, Sie würden den Erneuerungsprozess in der Stadt nur im Ansatz verfolgen. Können Sie diesen Einwand nachvollziehen?

Ich habe diese Aussage nicht als Kritik interpretiert. Vielmehr verstehe ich Frau Milisendas Worte so, dass sich in der Stadt etwas bewegt und wir parteiübergreifend weiter gemeinsam Ideen für unsere Region und Idar-Oberstein entwickeln werden.

Wie funktionsfähig ist eigentlich ein chronischer klammer Stadtradt oder Kreistag. Können Kommunen heutzutage überhaupt noch was bewirken?

Natürlich fehlt es den Kommunen an finanzieller Ausstattung. Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es muss ein neues Verteilungssystem her. Dennoch bemühen wir uns in der Stadt, an vielen Finanzierungsprogrammen teilzunehmen und uns gelingt es ganz gut, mit wenig Geld etwas zu bewegen. Trotzdem muss man hoffen, dass die Kommunen künftig mehr finanzielle Mittel erhalten, um die Arbeit vor Ort, wie zum Beispiel auch die Arbeit von Jugendämtern, noch besser zu stärken.

Warum sind die Volksparteien im Landkreis Birkenfeld eigentlich noch so stark?

Ich glaube, das im Landkreis eine sehr gute Kultur der Zusammenarbeit herrscht. Es wird zwar hart diskutiert, aber viele Entscheidungen werden fraktionsübergreifend getroffen, um unsere Region zu stärken. Das kommt beim Wähler gut an und das müssen wir uns beibehalten.

Das Interview führte Max Storr

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